Gesangsunterricht im Herzen Berlins mit Mike Rubin
 
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Studioaufnahmen im Gesangsunterricht mit hochwertigen Mikrofonen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tipps

Spannung und Entspannung beim Singen
Das Verhältnis von Spannung und Entspannung bezieht sich nur auf diejenigen Spannungen, die wir wirklich empfinden können und sollen. Es handelt sich eigentlich zunächst nur um eine Einstellung die dem Sänger bewußt werden muss. Hat man sie verinnerlicht, so fallen Muskelempfindungen, die anfangs die Aufmerksamkeit brauchten, ins Unbewußte zurück. Gerade die am intensivsten arbeitenden Muskelgebiete müssen zunächst durch die Vorstellung der Entspannung gegen jeden unbefugten Eingriff geschützt werden, bis die Funktionen automatisch richtig sind und dann diese Vorstellungen von anderen Vorstellungsformen gleichen und höheren Zweckes abgelöst werden können.
Je mehr die Muskulatur lernt, alle Tätigkeit auf der Grundlage der Lockerheit zu verrichten, nach jeder Energie sofort wieder in Relaxie zurückzustreben und niemals unnütz gespannt zu bleiben, desto mehr werden die einzelnen feinen Muskelgruppen ein harmonisches Spiel und Gegenspiel ihrer Kräfte sich auswägen, desto mehr wird jeder Faulheit und Schwerfälligkeit der Funktion vorgebeugt, die nichts weiter sind als eine gewohnheitsmäßige Folge unnützer Ermüdungen. Im Grunde handelt es sich immer um eine Entspannung der Nervenzentren. Das Charakteristische für den Anfänger ist immer, dass ein Viel-zu-viel an Arbeit, an Aktivität ein Viel-zu-wenig an Erfolg, an Leistung erreicht. Jede Art von künstlerischer Technik verlangt eine derart präzise Feinarbeit, dass nur der Untergrund fortwährender Auslösung der Aktivität, fortwährender Beruhigung der Erregung, jenes Gleichgewicht herbeiführt, das vor jeder Ermüdung schützt. (25)

Weitung des Schlundes
ist einfaches Lockerlassen aller Organe wie bei einer ruhigen Einatmung – keine Tätigkeit, kein krampfiges Wollen oder Aufsperren – sondern mehr Relaxieren statt Energetisieren. (25)

Kehlkopf
Der Kehlkopf ist beim Singen ein Zentraler Punkt. In Ihm befinden sich die Stimmbänder und er ist in ein Geflecht von Muskeln „eingehangen“. Wenn z.B. durch Hochatmung der Kehlkopf unter eine leicht Spannung versetzt wird, da bei der Hochamung die Muskeln auch im Hals und Nackenbereich aktiv sind, ist eine Steigung des Kehlkopfes fast immer die Folge.
Die Verbindung zwischen einer entspannten Kehlkopfstellung, daraus resultierenden guten Resonanzverhältnissen und der Atemführung bringt eine neue Stimmqualität hervor. Wenn sich Muskelgefühle sich im Kehlkopfbereich als Schmerzen äußern zeugt das von falscher Spannung. Der Sänger wird, wenn er richtig singt, im ganzen Kehlkopfapperat gar keine aktiven Muskelempfindungen haben. Er wird als Tastempfindungen hier allein zarteste Berührungs- und Vibrationsempfindungen der Luft haben.
Eine wichtige Art der Übung ist beim Singen den Kehlkopf als nicht vorhanden zu sehen, ihn praktisch zu Negieren. Es ist dann möglicherweise ganz überflüssig, durch Vokaltraining Beispielsweise auf den Kehlkopf an eine tiefe und Entspannte Stellung zu gewöhnen. Er muss einfach als unwesentliches Zubehör, als lockeres Anhängsel einer lockeren Gewichtsmasse behandelt werden, um in „hängender“ Stellung zu bleiben. Der Schüler lernt an den ersten guten, freien Tönen, dass die richtige Funktion nicht die leiseste Spannungsempfindung im Kehlkopf verursacht. Die automatisch guten Töne erscheinen dem tastenden Sinn als vollkommen locker hervorgebracht. (25)

Das Geheimnis des Zäpfchens
Dieses kleine Ding, das man im Spiegel bei weit geöffneten Mund sehen kann, spielt für die Tonbildung eine überaus wichtige Rolle. Es bedeutet das Türchen, das Nasen- und Mundraum trennt oder verbindet. Bei der Einatmung durch die Nase ist die Tür offen: das Zäpfchen hängt lose herab und gestattet der Luft so den Weg aus der Nase in die unteren Räume. Legt es sich bei der Ausatmung fest an die hintere Rachenwand, so sperrt es die oberen Höhlen ab und schließt sie damit von der unmittelbaren Beeinflussung des Klanges aus. Bleibt es jedoch locker, wie es bei der Einatmung war, so ist der Weg nach oben frei, das Türchen ist offen zur Nasenresonanz. Hängt es zu stark herunter, so führt es zu einem falschen näselnden Ton und kann bei Anschluß an den Zungenrücken völligen Abschluß der Mundhöhle vom Klang erreicht, so dass man „durch die Nase singt“.
Ein bewußtes Hochspannen des Zäpfchens würde nicht nur die automatischen Sprachfunktionen außerordentlich hemmen und das löse „Hängen“ des Kehlkopfes ebenso in Frage stellen, wie überhaupt die Lockerheitsempfindung unmöglich machen – es wäre auch physiologisch falsch, da es die Nasenresonanz verhindert, die, richtig dosiert, ebenso notwendig und schön ist wie das Näseln falsch und häßlich. Über den Grad  dieser Dosierung aber wacht allein das Ohr, wie über den Grad der automatischen Spannung im Kehlkopf. Die natürlichste Weise, sich über die ungezwungene Einstellung all diese Teile des Ansatzrohres klar zu werden, bleibt, sich vorzustellen, alles bei der tönenden Ausatmung so zu lassen, wie es bei der Einatmung durch die Nase war. Die Naseneinatmung beim Üben macht eben den Weg von oben nach unten sicher deutlich frei, dass es kein besseres Mittel gibt, ihn zu empfinden. Nun heißt es nur ihn im Ton zu wahren und kein Hindernis dazwischen zu schieben. Wie oft genügt für den Schüler als Vorbereitung ein einziges ruhiges Ein- und Ausatmen durch die Nase, mit Bewußtsein ausgeführt, um den der neuen Einatmung dann folgenden Tönen gleichmäßige Richtung und bewußte Lockerheit und Spannungslosigkeit zu geben! (25)

Das Geheimnis des geistigen Lächelns
Ideen: Buddhafiguren, positiver Ausdruck etc.

In der italienischen Schule wird das innere Lächeln gelehrt. Das ist nichts anderes als ein hoch und weit aufgespannter weicher Gaumen, gehobene Wangen unter den Augen, entspannte Wangen an den Backenzähnen (das erzeugt mehr Klangraum im Rachen). Hinzu kommt eine ovale Mundöffnung. Das Lächeln findet also tatsächlich in/hinter den Augen statt und nicht am Mund.
Viele Sänger lernen die Lächel-Technik, um einen strahlenden Klang zu erreichen. Statt dessen sollte die Brillanz im Ton durch eine nach vorne gewölbte Zunge erreicht werden (die Zunge kommt somit aus der Kehle). Die Lächel-Technik ist mit dem Knaben-Chor-Klang verbunden; und das bei der erwachsenen Stimme. Das sollte niemals gelehrt werden. Es ist nicht dienlich, um die Stimme zu verbessern und die Folgen können auf die Dauer sehr schädlich sein. Dieses Lächeln des Mundes zieht den Kehlkopf nach oben, dabei senkt sich der weiche Gaumen, der Kiefer wird animiert nach vorne zu drücken, der Ton wird hell und dünn und der Sänger wird normalerweise eine zu tiefe Intonation bekommen. Die Stimmbänder können nicht mehr richtig schließen. Nicht ein Teil des Körpers befindet sich in der zum Singen richtigen Position. Das Resultat ist eine verschlossene Kehle, die nach dem Singen für Heiserkeit sorgt. Wieder handelt es sich um eine Technik, die gemeinhin als gesund gilt. In Wahrheit ist sie extrem gefährlich und schädlich für die Stimmgesundheit und sollte niemals gelehrt werden. Das ist durch laryngoskopische Untersuchungen bestätigt worden.

Der ursprüngliche „Lächelklang“ jeder Stimme muss bei der Ausbildung – natürlich ganz individuell bemessen – mit hinzugezogen werden. Er ist zur hellen Beleuchtung dunkler Farbtöne von großer Wichtigkeit; und da erfahrungsgemäß mit dem Augenblick der vorgestellten Entspannung alle Vokale dem dunkleren Klangkolorit zuneigen, gehört sofort zur ersten Erzielung natürlicher Grundfarbe und geschlossener Vokalform eine ganz geringe Lächelspannung des Mundes und der Wangen zu Anfang mit in das Gesamtbild. Die für die Vokale notwendigen Spannungen werden also gleichsam nur im Oberkiefer vorgestellt.
Diese Spannungen in der Empfindung und Vorstellung ganz auf die obere Gesichtshälfte zu beschränken und sie zu vereinen mit einem willenlos relaxiert herabhängenden Unterkiefer, ist dem Anfänger eine Aufgabe, die er sich sorgfältig austasten muss. Je stärker die leichte obere Spannung ins Bewußtsein tritt, desto mehr wird die Aufmerksamkeit beim Singen von den unteren Teilen abgelenkt und deren Lockerheit und automatisch richtige Funktion dadurch auch indirekt gefördert. Diese Ablenkung der Aufmerksamkeit kann lange Zeit als das Wesentliche beim Studium gelten.
Dass die leichte äußere Lächelspannung die notwendige und unumgängliche Spannung der inneren Gaumenbögen günstig beeinflußt, berührt den Schüler zunächst nicht, da diese inneren Spannungsveränderungen nicht im bewußten Empfindungsgebiet liegen.

Diese Vorstellung hat zu allen Zeiten den guten Gesangstil begleitet und hat in allen Sprachen der Welt die verschiedensten Benennungen gefunden. Das berühmte „In die Maske singen!“ ebenso wie die so unentbehrlichen Vorstellungen des „Kopfklanges“ und des „Anschlagens im Kopf“ hängen mit diesem Bilde eng zusammen.

Die Zunge
Wie ein Geiger den Bogen, so muss der Sprecher und Sänger nach einem Willen jede Bewegung der Zunge beherrschen, sie flach legen können, nach unten und oben wölben, wie es der Laut verlangt. (Die Kunst der Sprache – Fritz Volbach 1912)

Die Zunge sollte nie in einer Position eingefroren werden. Damit wäre eine klare Artikulation unmöglich. Drückt man die Zunge herunter wird die Masse in dem hinteren Bereich in den Rachen gedrückt. Dadurch entsteht keine Weite im Rachen. „Die Phonation des Sängers geschieht im Rachen NICHT im Mund (Alan Lindquest).“ Wenn die Zunge wie in der „ng“-Position auf natürliche Art und Weise nach oben gewölbt ist (Lindquests Grundposition der Zunge), kann der Sänger die Vokale deutlich artikulieren.

Die richtige und gesunde Position der Zunge für das Singen ist die ng-Position (wie in singen oder hängen). Die Zunge sollte leicht gewölbt sein und die Zungenränder die hinteren oberen Backenzähne leicht berühren. Die Zungenspitze sollte sich zumindest hinter den unteren Schneidezähnen wenn nicht sogar unterhalb des Zahnfleisches befinden. Die Zunge sollte nach jedem Konsonanten, während der Unterkiefer sich leicht nach unten bewegte, in nahezu diese Position zurückkehren. Das Singen mit dieser Zungenposition als Grundstellung der Zunge verhindert den Würgereflex am Zungengrund. Dieses Prinzip ermöglicht stimmliche Freiheit und wirkliche Resonanz. Hält ein Sänger seine Zunge absichtlich flach, ist ein Mangel an Resonanz oder ein verschluckter Klang das Ergebnis. Sieht man sich die Form und Physiologie der Zunge an, kann man feststellen, dass durch eine flachgehaltene oder nach hinten gezogene Zunge der hintere Teil der Kehle (Pharynx) durch den hinteren Teil der Zunge verstopft wird. Das verhindert das Entstehen von authentischer Resonanz und verhindert die wichtigen Obertöne. Die „flache Zunge“ ist ein falsches und stimmschädigendes Konzept.
Von solchen Unterrichtsmethoden die Zunge mit Stäbchen, Löffeln oder anderen Folterwerkzeugen nach unten zu drücken ist in jedem Falle abstand zu nehmen. Sie gelten mittlerweile zu den Verirrungen ebenso wie die Mode beim Klavierspiel, Korken zwischen die Finger zu stecken.

Vorschriften
Gegenüber allen Theorien, die bestimmte steife Vorschriften über Mundstellung, wie Weite oder Enge der Mundöffnung, gewisse Entfernung der Zähne voneinander, absichtliches Vorstülpen oder Zurückziehen der Lippen, Herunterdrücken der Zunge usw. als Kardinalsregeln auf den Schild erheben, muss immer wieder gesagt werden: es gibt da keine allgemeingültigen Forderungen. Jede Stimme hat ihre eigenen Gesetze, alles hängt da vom speziellen Bau der Organe ab. Und in jedem Stadium der Entwicklung werden andere Hilfsmittel „auszutasten“ sein. Ein Schablonisieren ist ganz von Übel. Die Hauptsache ist das Verhältnis von Lockerheit und Spannung. (25)

Umgang mit Gefühlen
Es ist kein Geheimnis das man es bei einem Auftritt nicht jedem Menschen Recht machen kann. Die Vielfalt des Lebens hält auch immer „Antagonisten“ bereit. Wichtig ist für den ausübenden Künstler die Reaktionen des Publikums in ein entsprechendes Verhältnis zu setzen, so dass man in seinen Leistungen nicht eingeschränkt wird. Nun ist es gerade bei Künstlern oft zu beobachten wie abhängig sie sich von der Meinung der Zuhörer bzw. des Publikums machen. Nun können aber, z.B. durch tiefgehende Äußerungen des Publikums, beim Künstler entscheidende Prägung kurz oder auch langfristig entstehen, die das naturgegebene optimale Potential des Sängers verändern und verfälschen. Das heißt die Originalität des Künstlers nimmt an Qualität ab! Wie kann nun der Künstler damit am besten umgehen, ob er zu seiner größtmöglichen Orginalität schon gelangt ist oder nicht?

Das Erste, worüber man Meditieren (es wirklich wahrnehmen und sich einfühlen) sollte, ist die Tatsache, dass es schon immer so war und auch immer so sein wird, dass Reaktionen unterschiedlichster Art, uns aus unserem Umfeld und dem Publikum erreichen werden. Zweitens sollte man das Persönliche vom Überpersönlichen unterscheiden lernen. Das Publikum zählt zur Überpersönlichkeit, ist mit dem Künstler verbunden, aber verhält sich zur Persönlichkeit (Individualität) wie die Schale (Umgebung) zum Wasser (Ich). Das bedeutet die Schale ist ein Teil von mir, bestimmt eine gewisse Form (Stimmung, Qualität, Stil), aber nicht die Qualität des Wassers (Ich, Künstlerisches Können, Individualität). Sondern gibt dem Inhalt (des Abends, der Veranstaltung) eine gewisse Form, die sich an sich ebenso in ihrer Ausprägung und Qualität ändern kann. Also Lebendig ist und bleibt.

Auf diese Tatsache hat nun der Künstler, als Mittelpunkt einer Veranstaltung, einen wichtigen und entscheidenden Einfluss, da du dir vorstellen musst wie du als Transformator von Stimmungen, Gefühlen, Ideen und Konzepten eine gewisse Ausstrahlung auf dein Publikum hast. Also eine große Verantwortung für das Gelingen dieser Veranstaltung trägst.
Worin besteht nun diese Verantwortung. Verantwortung heißt für mich, mit den jeweiligen Situationen angemessen und gerecht umzugehen, so das ein größtmögliches Potential an Bewußtheit entsteht. Bewußtheit im Sinne von Verbundenheit, Natürlichkeit, Originalität und Liebe. Weiterhin ist wichtig zu erkennen, dass der Künstler allein die Unterscheidung von einem Normalzustand bzw.Verhalten wahrnehmen kann und die Interpretation des Verhältnisses zu seinem Erwartungszustand oder konditionierten Charakter als Gradmesser nimmt.

Meine Reaktion als Künstler in ein angemessenes und vor allem liebevolles, verständnissvolles Verhältnis setzen. Zum Beispiel: Jemand aus dem Publikum Buht uns aus. Wie kann man jetzt darauf reagieren? Es ist relativ einfach: mit Verständnis und Einsicht.
Dem Zuhörer gefällt die Darbietung nicht oder er möchte sich aus irgendwelchen Frustrationsgründen hervorheben, Aufmerksamkeit auf sich lenken. Oder er vertritt verbal eine Gruppengesinnung, die sich abgestimmt haben, dass es ihnen hier nicht gefällt usw. Viel Spaß beim Ausprobieren.

 

Fehler

Näseln
„Der Ton darf nicht in der Nase sein, aber die Nase muss im Ton sein!“ Mit diesem Satz ist der Unterschied zwischen guter und falscher Nasalität bestens beschrieben. Ein gewisser nasaler Beiklang gilt als ästhetisch, ist notwendig und erhöht die Tragfähigkeit der Stimme. In den Zwanziger bis Vierziger Jahren war gerade eine Nasale Stimme sehr angesagt und galt als schön. Heutzutage hört man solche Stimmen kaum noch und würde bestimmt als ein Zuviel an Nasalität empfunden werden. Man stelle sich vor, heutige Bands wie „Wir sind Helden“ oder „Juli“ würden so singen!

Offenes Näseln: Der Nasale Charakter der Stimme ist zu dominant. Es kommt nicht zu einem erforderlichen Abschluss des Nasenrachens gegenüber der Mundhöhle. Inaktivität des Gaumensegels oder organische Veränderung desselben.  Der Nasenraum beeinflusst ständig den Stimmklang, die Explosivlaute können nicht korrekt gebildet werden.

Geschlossenes Näseln: entsteht beim Verschuss der Nase oder des Nasenrachenraumes. Häufigste Ursache ist Schnupfen, die Luft- und Schallpassage ist behindert. (23)

Schon Agricola schrieb 1757: „Die Nase ist ein Sprachgewölbe, die aus der Glottis (Stimmritze) herausgehende Luft solle am Gaumen anschlagen“. Auch hatte 1601 Fabricius geäußert: „Indem der Vokalklang auch die Nasenhöhle durchfließt, die rückwärts gekrümmt, gleichsam einen langen Winkel bildet, antwortet der Vokalklang hier auf die Hohlheit des Gaumens“.

Knödeln
Zu gaumiges und kehliges Singen bezeichnet man als Knödeln. Es kommt beim Knödeln zu einer Einengungen des Mund- und Rauchenraumes, die mit einer zu starken gewölbten oder zu flach gedrückten der Zunge und mit einer Hochstellung des Kehlkopfes einhergeht. Eine zu starke Rückverlagerung der Stimme ist hörbar. Ein geringeres und verkrümmtes Obertonspektrum ist vorhanden. Manch Knödler denken sogar, dass sie ganz toll singen, da sie sich selber innerlich so stark hören.

Gepresstes Singen
Indem ein Sänger zuviel Muskelkraft einsetzt um seinen Ton zu fördern, kann er schnell seinen guten Stimmklang verderben. Ein gesunder Muskel-Tonus ist wichtig doch wenn die Muskulatur zuviel eingesetzt wird und das noch über längere Strecken gehen uns wichtige Resonanzräume verloren. Die Stimme klingt flach und im Ernstfall unangenehm. Hingegen ein lösen der Muskulatur und eine „Muskelspannung“ an den richtigen Stellen fördert die Resonanz. Tipp: Fühle beim singen in dich hinein ob du irgendwelche Anspannung noch lösen kannst.
Versuche auch nicht zu laut zu singen, dass fördert ebenfalls eine Verkrampfung der Muskulatur. Ein weiterer Fehler ist es zu viel mit den Muskeln koordinieren zu wollen. Selbst gute Modulationen „laufen“ am besten bei gelöster und lockerer Muskulatur.

Zu viel Artikulation
Das richtige Maß ist auch bei der Artikulation von Nöten. Wichtig ist das alle Aspekte des Singens in völliger Balance geschehen. Passiert die Artikulation in zu umfangreichem Maße dann können die Worte schnell unnatürlich und unpersönlich klingen. Wichtig ist auch zu wissen das die „richtige“ Artikulation im Rachenraum beginnt und das die Lippen den letzten Schliff geben sollen.

Fehlender Fokus
Fehlender Fokus steht in direkter Beziehung zu einem Mangel an hohen Obertönen. Ein wichtiger Faktor, der zum Ausbleiben dieser Obertöne führen kann, ist die Position der Zunge. Die meisten Sänger wissen, dass die Zunge frei beweglich sein muss. Allerdings benötigt die Zunge das „ng“ als Ausgangspunkt, um zu vermeiden, dass der hintere Teil der Zunge die Kehle verstopft. Diese ng-Position bedeutet, dass die Zunge in der Mitte hochgewölbt ist und sich die Zungenspitze hinter den unteren Schneidezähnen befindet häufig sogar unten am Zahnfleisch. Diese Zungenposition verhindert das Herunterdrücken der Zunge, was direkten Druck an den Stimmbändern erzeugt. Die flache Zungenposition ist eine Ursache für das Singen mit heruntergedrücktem Kehlkopf; einer extrem gefährlichen Gesangstechnik. Dieser Druck am Zungengrund kann einer der Hauptgründe für das Wackeln sein. Fehlender Fokus steht auch mit einem herunterhängenden weichen Gaumen im Zusammenhang. Man benutze das Bild vom Artikulieren durch die Wangenknochen anstatt direkt durch die Mundöffnung. Das erfordert einen angehobenen weichen Gaumen, damit die hohen Obertöne in den Wangenknochen gespürt werden können.
Tipp: Das Singen von Übungen, die von einem „ng“ zu einem Vokal wechseln, kann dem Sänger eine enorme Hilfe sein. Weiterhin den Vokal durch das Anheben des weichen Gaumens weg von der Zunge zu öffnen anstatt die Zunge hinten in die Kehle „herunterkrachen“ zu lassen.

Schlechter Stimmbandschluss
Es ist wichtig, dass die Stimmbänder nach der Einatmung zusammenkommen. Viele Sänger tun das nicht. Nach einiger Zeit kann das dazu führen, dass der Sänger zu tief singt. Ein weiteres Resultat kann das Wackeln sein. Wenn beim Einsatz zuviel Luft durch die Stimmritze (Glottis) strömt, werden die Stimmbänder nicht zum schnellen Vibrieren angeregt. Somit entsteht ein langsameres und weiteres Vibrato. Tipp: Das „ng“ bringt die Stimmbänder in perfekter Art und Weise zusammen, ohne dass dabei die Stimmbänder gequetscht werden oder zuviel Luft durch die Stimmbänder strömt. Wenn die Stimmbänder trainiert werden sich mit dem Gefühl einer sanften Festigkeit zu verschließen, wird das daraus resultierende Vibrato schneller und gesünder sein. Lindquest ließ die Sänger den „eh“ Vokal mit einem weit geschlossenen Mund artikulieren und dabei fühlen, wie die Stimmbänder zusammenkommen.

Schlechte Körperunterstützung
Das kann man auch als „Stütze“ bezeichnen. Viele Sänger wissen nicht, dass im Körper ein Widerstand sein muss, um ein Überblasen der Stimmbänder zu verhindern. Einige Sänger nennen das „Stütze“. Die Zwischenrippenmuskeln, die untere Rückenmuskulatur und die Brustmuskulatur sind die drei wichtigsten Muskelgruppen, die den Atem zurückhalten. Ebenso hält die Solarplexusregion als ein flacher umhüllender Muskel nach außen dagegen aber nicht als (harter) Knoten. Wir singen mit komprimierter und nicht mit loser Atemluft. Das Gefühl dabei lässt sich mit dem Heben eines mittelschweren Gegenstandes ver gleichen. Der richtige Reflex des Körpers bewirkt, dass der Atem komprimiert wird und die Stimmritze sich vor dem Singen schließt. Noch einmal, das muss eine sanfte Bewegung sein. Tipp: Wenn jemand einatmet als ob er vergessen hätte, was er sagen wollte, wird das richtige Körpergefühl erfahrbar. Um die richtige Haltung zu trainieren, ist es hilfreich, sich mit dem Rücken gegen eine Wand zu lehnen und dann in den unteren Rücken zu atmen. Dann sollte der Sänger etwas mit dem Klang experimentieren während er den unteren Rücken an die Wand drückt. Das Ergebnis wird ein leichtes „Stöhn-Gefühl“ im Körper sein. Das wichtige Wort in diesem Zusammenhang ist leicht. Viele übertreiben einzelne Aspekte, was die Stimmbalance stört und noch mehr Stimmprobleme hervorruft.

Zuviel Stimmbandmasse
Damit nicht zuviel Masse der Stimmbänder benutzt wird, kann man eine sehr einfache Übung verwenden. Tipp: Staccato-Übungen mit einem geschlossenen Vokal wie „i“ oder „e“ sind hier sehr hilfreich. Beim Einsatz müssen die Stimmbänder an der Randkante sanft zusammenkommen. Hat ein Sänger dieses Kunststück vollbracht bekommt die Stimme sofort mehr Obertöne, die andernfalls nicht vorhanden wären. Kleine weiche Staccato-Übungen sind sehr hilfreich, um eine gesündere Vibrato-Geschwindigkeit zu erzielen.

Das wackelnde Zwerchfell
Oft wird das Zwerchfell genutzt, um einem Ton, der in Wahrheit nicht frei genug schwingt, ein Vibrato zu geben. Die Folge ist ein unausgeglichener Atemstrom im Kehlkopf. Dieses Pumpen erzeugt ungleichmäßige Wellen von Atemluft im Kehlkopf. In diesem Fall übernehmen andere Kehlmuskeln die Aufgabe, den Atemdruck zurückzuhalten. Die Resultate sind das stimmliche Wackeln und Ermüdung der Stimme. Je weniger die Kehle bei der Klangerzeugung involviert ist desto besser. Diese Art der Klangerzeugung aber bedient sich Kehlmuskeln, die zu ungesundem Singen führen. Tipp: Denken Sie hier wieder an die Vorstellung einer konstanten und gleichmäßigen Körperunterstützung, wobei der Körper sich gleichmäßig sanft nach außen dehnt. Auch hier hilft die Idee des sich Anlehnens an die Wand. Legen Sie auch eine Hand unter das Brustbein und lassen Sie den Solarplexus als flachen umhüllenden Muskel den Einsatz den Tones unterstützen. Erhalten sie diese gesunde Unterstützung während des gesamten Musikstückes. Sie sollte auch beim Wechsel von Konsonant und Vokal konstant bleiben. Trainieren sie den Körper diesen Vorgang immer wieder zu vollführen. Es fühlt sich im Körper wie ein ganz leichtes Stöhnen an. Stellen Sie sicher, dass dieser Vorgang sanft und nicht plötzlich vor sich geht. Der Verlust der richtigen Körperunterstützung (Körper-Anschluss) schadet einem gesunden Singen. Wenn diese gesunde Körperunterstützung wiederholt und zur Gewohnheit gemacht wird, verschwindet auch das Wackeln des Zwerchfelles.

 

Spezials

Auspusten
Nicht nur in „alten Zeiten“ wurde diese Technik gelehrt und verwendet, auch in verschiedensten Musikstilen findet das Auspusten seine wichtige und richtige Anwendung. Aktuelle Beispiele sind Mariah Carey, Kelly Clarkson, Xavier Naidoo, Michael Jackson und viele mehr.
Das „Aus-Pusten“, wie funktioniert es und warum ist es so wichtig? Als Alan Lindquest 1917 von Caruso gecoacht wurde, lernte er die Bedeutung des „Heraus-Keuchens“ oder „Aus-Pustens“ kennen. Caruso erklärte, dass jeder Sänger den Umgang mit dem Atem genau verstehen müsse, um eine entspannte Tongebung zu erreichen. Die meisten Sänger holen mehr Luft, als für die Phrase benötigt wird. Wenn alte Atemluft in der Lunge verbleibt und neue für die nächste Phrase geholt wird, gibt es einen Atem-Stau. Geschieht das häufiger, bekommt der Sänger das Gefühl des Erstickens. Der Sinn des Aus-Pustens ist, die in der Lunge verbliebene verbrauchte Luft loszuwerden. Dieses „Heraus-pusten“ hilft dem Sänger, eine Erholungsphase in der Musik zu finden. Nach dieser Erholungsphase füllt sich der Körper von allein mit der benötigten Luft. So kann der Sänger die nächste Phrase mit der richtigen Körperanbindung beginnen.

Die Atemführung beim Singen
Die Einatmung muß sich anfühlen, als geschehe sie unterhalb der Rippen; nicht dahinter. Weit gedehnte Rippen sind notwendig, damit der Atemdruck nicht zu hoch wird. Jedoch sollte der Brustkorb nicht zu stark durch eine übervolle Lunge überdehnt werden.
Zum Singen benötigt man nur sehr wenig Luft. Trinke die Stimme anstatt Luft durch den Kehlkopf zu drücken. Zum Singen sollte nur ein kleiner Atemstrom (mit konstantem Druck) genutzt werden. Dieser kleine Strom kann durch den Gebrauch von „ng“, stimmhaftem „w“ oder „Lippen-R“ und „Zungen-R“ trainiert werden. Der kleine Atemstrom muß auch auf die Sprachfunktion Anwendung finden.
Übung „Der geteilte Atem“ von Alan Lindquest
Alan Lindquest hat den „geteilten Atem“ gelehrt; die erste Hälfte durch die Nase, was den weichen Gaumen anhebt, und die zweite Hälfte durch den Mund, was den Kehlkopf nach unten bringt. Er sagte, man solle das als Übungsatem benutzen, um den Reflex des unteren Rückens und die Vergrößerung des Resonanzraumes zu trainieren.

Unterkiefer
Die optimale Position des Unterkiefers für das Singen ist „hängend, leicht nach hinten-unten“; etwa so wie der Kiefer herunterhinge, wenn jemand mit dem Kopf nach hinten einschliefe. Der Kiefer geht niemals nach vorne. Sehr viele Sänger öffnen den Mund zu weit, bis der Kiefer nach vorne aus dem Gelenk herausspringt. Das ist für gesundes Singen völlig falsch. Dadurch wird z.B. Legatosingen unmöglich, da der Kiefer die Verbindung von Vokal und Konsonant so nicht herstellen kann. Versucht
ein Sänger das Legato mit dieser extremen Kieferbewegung zu erreichen, entstehen „tote Punkte“, in denen die Stimmbänder nicht vibrieren. Zusätzlich tritt der Würge-Reflex am Zungengrund in Aktion.
Dieser Würgereflex überträgt Druck direkt auf die Stimmbänder. Unter diesen Umständen können die Stimmbänder nicht frei schwingen. Befindet sich der Kiefer in der leicht nach hinten-unten gerichteten Position, werden die Übergänge zwischen Konsonant und Vokal geschmeidig. Die Schwingungsphasen zwischen Vokalen und Konsonanten werden verlängert: das pure Legato.
Lernen kann man das durch sanfte Kaubewegung des Unterkiefers. Vor dem Singen mehrmals kauen und dann „i, o, i, o, i, o“ singen. Wenn es gelingt die sanfte Kaubewegung, ähnlich wie beim Kauen von Speisen, zu erreichen, wird die Spannung in der Kiefermuskulatur gelöst. Diese Übung erzeugt eine geschmeidige, sanfte und elastische Bewegung der Kiefermuskulatur. Das sanfte Kauen ist die einzige Möglichkeit, um den Unterkiefer zu entspannen. Kleine Bewegungen des Kiefers erzeugen die als Grundlage für die Legatolinie benötigte Balance. Dabei ist es wichtig, dass die Kaubewegung nach hinten-unten geht und nicht nach vorne-unten.

Vibrato
Häufig hören wir Sänger mit einem weiten wabbernden und langsamen Vibrato (auch ausgelatschtem Vibrato genannt). Ein weites Vibrato entsteht normalerweise durch fehlende Körperunterstützung und fehlenden Fokus im Ton. Es kann auch Folge eines schlechten Stimmbandschlusses sein. Alle diese Probleme erzeugen einen Klang der mit einer gealterten Stimme assoziiert werden kann. Die Lösung ist recht einfach: Singen Sie Übungen, die die Körperunterstützung und den Fokus in der Stimme fördern. Das „ng“ kann helfen den Fokus zu erreichen. Ausgehaltene Zischlaute können den Sänger lehren, welche Muskeln zum Zurückhalten des Atems oder Unterstützen des Tones benötigt werden.

Einige Sänger haben ein zu schnelles Vibrato. Das kann genauso störend sein wie das Wabern. Für gesundes Singen ist weder das Wabern noch das zu schnelle Vibrato der gewünschte Klang. Ein zu schnelles Vibrato kann durch einige stimmliche Phänomene hervorgerufen werden:
1. Druck auf dem Zungengrund. Dieser Druck kann von der Einatmung oder vom Einsatz des Tones herrühren.
2. Fehlender Stimmbandschluss: Viele Sänger wissen nicht, dass die Stimmbänder sich nach der Einatmung schließen müssen. Dieser fehlende Stimmbandschluss kann eine höhere Vibratogeschwindigkeit hervorrufen. Wenn die Stimmbänder nicht nah genug zueinander kommen, kann das Vibrato in Abhängigkeit von Größe und Form der Stimmbänder schneller werden. 3. Fehlende Körperunterstützung kann eine weitere Ursache dieses Stimmproblems sein.

„Was ist das Vibrato und wie kann ich es in meiner Stimme entwickeln?“
Man kann das Vibrato als leichte Tonhöhenveränderung, die sich aus der freien Schwingung der Stimmbänder ergibt definieren. Diese Schwingung entsteht durch:
1. Einen geöffneten Rachenraum (einige nennen das die geöffnete Kehle);
2. Einen gesunden Stimmbandschluss; ich betrachte das Vibrato als Ergebnis dieser beiden Gegensätze: offene Kehle und geschlossene Stimmbänder;
3. Ein anderer Hauptaspekt in Bezug auf das Vibrato ist der gleichmäßige sub-glottische Atemdruck. Dieser wird durch das Unsterstützungs-System reguliert. Daran sind die Bauchmuskeln, die Lendenmuskeln, die Zwischenrippenmuskeln und die Brustmuskeln.

In einigen Fällen lässt sich das Vibrato durch einen Triller wecken. Ein Triller ist ein kultiviertes Jodeln mit den Stimmbändern. Das mag einfach oder nicht so einfach für den Sänger sein. Einige sprechen darauf an und lockern die Stimmbänder. Dadurch wird das Entstehen des Vibrato ermöglicht. Ein gesundes Vibrato lässt sich in recht kurzer Zeit erreichen. Der Zeitfaktor hängt von der Verstand-Körper-Koordination des Sängers ab. Einige Sänger haben eine bessere Anbindung an ihren Körper als andere.

In einigen asiatischen Kulturen wird ein weites langsames Vibrato als schön empfunden. Viele französische Popsänger hingegen bevorzugen ein schnelleres festeres Vibrato. Dabei steht keine dieser Varianten für gesundes Singen.

Schwieriger A-Vokal
Was verursacht ein dumpfes „ah“? Warum verliert dieser Vokal das Klingeln so leicht? Es gibt verschiedene Ursachen für ein dumpfes „ah“.
1. Einen hochgestellten Kehlkopf;
2. Einen herunterhängenden weichen Gaumen;
3. Eine nach hinten drückende Zunge; 4. Ein zu weit nach vorne positionierter oder zu weit geschlossener Unterkiefer;
5. Eine in die Breite gezogene Mundöffnung.

Der hochgestellte Kehlkopf
Die meisten Sänger haben Probleme, Brillianz in den A-Vokal zu bekommen, ohne die Mundöffnung in die Breite zu ziehen. Insbesondere dunklere und tiefere Stimmen scheinen es schwer damit zu haben, einen helleren Klang in das „ah“ zu bekommen. Tipp: Ein Teil des Geheimnisses des A-Vokals ist, dass viele der höheren Obertöne entstehen, wenn sich ein leichtes „u“ oder „aw“ (offenes „o“) unter dem „ah“ befindet. Es ist erstaunlich, dass der Vokal mehr Obertöne bekommt, wenn etwas „u“ oder „aw“ Klang darunter ist. Aber warum das? Die Antwort ist einfach: die Kehlkopfposition. Durch das „u“ oder „aw“ unter dem „ah“ nimmt der Kehlkopf eine etwas tiefere Position ein. Diese tiefere Kehlkopfposition verleiht dem Vokal nicht nur eine etwas dunklere Farbe, sondern gibt ihm gleichzeitig bei nach vorne positionierter Zunge auch einen helleren Klang. Ist die Zunge vorne, wird der Vokal sehr deutlich. Wenn sich etwas „u“ oder „aw“ unter dem „ah“ befindet, ist der Rachenraum weiter geöffnet. Das verleiht der Stimme mehr Resonanz. Das Resultat ist ein ausgeglichenes Verhältnis von hohen und tiefen Obertönen.

Der herunterhängende weiche Gaumen
Eine der schwierigsten Aufgaben in der Gesangsausbildung ist, Sensibilität für den weichen Gaumen zu entwickeln. Man empfindet ihn als kaum wahrnehmbaren Muskel. Trotzdem kann man fühlen, wenn der Ton in eine tiefere als die zum Singen gesunde Position fällt. Lösung: Eine alte italienische Übung ist eine Dreitonskala auf den Silben „kiu-ex“ zu singen. Das „k“ hilft den weichen Gaumen anzuheben. Das italienische „u“ wird zum „u“-Klang wie im englischen Wort „book“ verändert und bringt den Kehlkopf in eine tiefere Position. Das „ex“ bewegt die Zunge aus der Kehle heraus. Das sind drei wichtige Funktionen dieser Übung.

Die nach hinten drückende Zunge
Wenn die Zunge nach hinten in die Kehle drückt, kann man das mit dem Singen mit einem Kissen in der Kehle vergleichen. Die Zunge verstopft den Rachen. Dadurch wird jegliches Klingeln in der Stimme verhindert. Tipps: Die „ng“ Position der Zunge befürworten. Die Zunge kann diese Position natürlich nicht bei allen Klängen erhalten, aber es ist als die Ausgangslage der Zunge zu bezeichnen. Für gesundes Singen benötigt man eine nach vorne gerichtete Zunge mit einer leicht gebogenen Form. Lotte Lehmann bezeichnete das „ah“ als den gefährlichsten Vokal. Sie mischte ein wenig „ih“ und „eh“ in das „ah“. Das ist eine weitere Möglichkeit, um die Zunge weiter nach vorne im Mund zu bekommen. Alan Lindquest, der Lehmann kannte, nutzte einige Übungen, die das Klingeln der geschlossenen Vokale mit den offenen Vokalen verband. Gleichzeitig brachten diese Übungen den Raum der offenen Vokale in die geschlossenen. Das war in der Tat eine geniale Möglichkeit, das Problem der Zungenposition anzugehen. Er war damit sehr erfolgreich. Lindquest sagte, der Ursprung dieses Problems liege darin, dass die Stimmbänder beim A-Vokal weiter voneinander entfernt vibrierten als bei den anderen Vokalen. Darum lassen Stimmfachärzte Sänger bei der Untersuchung ein „ih“ singen. Dieser Vokal bringt die Stimmbänder näher zueinander und ergibt somit ein besseres Bild auf der endoskopischen Kamera. Gleichzeitig bringt er auch die Zunge aus dem Weg und man hat eine bessere Sicht auf die Stimmfalten. Darum arbeitete Lindquest mit „ih, oh, ih, oh, etc.“ und „eh, ah, eh, ah, etc.“. Diese beiden Vokalkombinationen bringen die Zunge auf dem geschlossenen Vokal weiter nach vorne, um das Klingeln dann mit dem offenen Vokal zu mischen.

Die Position des Unterkiefers
Es ist in der Tat so, dass der A-Vokal einen etwas weiter geöffneten Kiefer erfordert als die geschlossenen Vokale. Das entscheidende Wort ist hier „etwas“. Viele Singer reißen den Kiefer mit Gewalt auf. Das zieht die Zunge zurück wie beim Würge-Reflex und veranlasst den weichen Gaumen herunterzufallen. Das ist für gesundes Singen natürlich nicht gut. Der Kiefer mag für das „ah“ ein wenig mehr geöffnet werden als für einen geschlossenen Klang wie das „ih“. Jedoch muss die Zunge in ihrer „ng“ Position verbleiben und der Kiefer muss leicht nach hinten, um die hohen Obertöne im Klang zu belassen. Das veranlasst den weichen Gau men in der hohen Position zu verbleiben anstatt herunterzufallen. Man kann das Problem der richtigen Kieferöffnung lösen. Man nutze die „ih, oh, ih, oh“ Übung zusammen mit einer sanften Kaubewegung wie beim Kauen von Speisen. Das ermöglicht dem Sänger die Wichtigkeit eines entspannten Unterkiefers wahrzunehmen. (Noch einmal: der Kiefer muss sich nach unten und hinten bewegen.) Wie oft haben wir als Schüler hören müssen „entspann Deinen Kiefer“ ohne jegliche Erklärung, wie das zu geschehen habe? Der gute Gesangslehrer muss bei den Sängern jedes Gesangskonzept mit einer dazugehörigen Erklärung über dessen Funktion einführen.

Die in die Breite gezogene Mundöffnung
Ein Hauptproblem des A-Vokals ist die Mundöffnung. Ist die Mundöffnung zu breit wird sich der Vokal akustisch nicht an die anderen vier anpassen. Die Mundöffnung ist entscheidend und muss eine ovale Form annehmen. Manche Sänger nennen das den Vokal abrunden. Wie auch immer man es nennt, die Mundöffnung darf nicht breit sein. Tipp: Der Sänger soll in den Spiegel schauen. Während er in den Spielgel schaut, singt oder spricht er den O-Vokal mit leicht nach hinten und unten hängendem Unterkiefer. Dann allmählich zum „ah“ übergehen, ohne dabei die Mundwinkel zu verbreitern. Das erfordert, die Veränderung mit der Zunge anstatt mit der Mundöffnung vorzunehmen. Das Ergebnis ist ein höher gedehnter weicher Gaumen und ein leicht tiefgestellter Kehlkopf. Das ist für eine gesunde Balance im Singen notwendig. Die meisten Sänger wissen, dass man, um das Klingeln in der Stimme zu erzeugen, den Vokaltrakt verlängern muss. Der abgerundete Mund spielt eine wichtige Rolle für die Balance des A-Vokals.
Dr. Barbara Mathis von der Lamar Universität hat das durch ihre laryngoskopischen Untersuchungen bewiesen. Während der Sänger mit der Kamera verbunden war, untersuchte sie den Raum des Vokaltraktes mit verschiedenen Mund- und Kieferpositionen. Der abgerundete Mund mit einem leicht nach hinten gerichteten Unterkiefer erzeugte den größten akustischen Raum.

Pflanzen und Musik
Mit der richtigen Musik geben Kühe mehr Milch und Hühner legen mehr Eier. Bestimmte Frequenzen stimulieren das Pflanzenwachstum. Diese Erkenntnisse gehen auf den Amerikaner Don Carlson zurückgeht. Der stieß im Koreakrieg auf das Buch "Guide to Bird Songs" von Aretas Saunders. Saunders analysierte in den 30igern Vogelstimmen mit den ersten audio-spektralanalytischen Meßgeräten und stieß auf interessante Regelmäßigkeiten. Vögel scheinen instinktiv Töne zu trällern, die Carlson als Wachstumsfrequenzen für Pflanzen ausmachte (5.000 Hz, eine Frequenz die sich als Peak auch bei Grillen und Delphinen findet). Don Carlson beschallte Felder mit Ragas, Plantagen mit den vier Jahreszeiten und Gemüsebeete mit Barockmusik. Mit Erfolg: Unter der wissenschaftlichen Leitung der Universität von Ottawa, steigerten Bachs Violinsonaten die Getreideernte um 66 Prozent und das E-Dur Konzert für Violine Solo ließ Weizenerträge explodieren. Inzwischen tauschen Heerscharen von Hobbygärtnern regelmäßig Fotoserien von Killertomaten und Riesenkürbissen aus und ihre Erträge finden sich im Guiness Buch der Rekorde.


 

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