Gesangsunterricht im Herzen Berlins mit Mike Rubin
 
Sängerlexikon
 

 

 

 

 

 


 

 

 

Studioaufnahmen im Gesangsunterricht mit hochwertigen Mikrofonen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

A

a cappella        
Gesang oder Chorgesang ohne musikalische Begleitung.

Allegro
(ital.: heiter, ausgelassen)
Die Vortragsweise eines Musikstückes soll heiter und ausgelassen sein. In der klassischen Symphonie ist der erste Satz oft ein Allegro.

Anblasen
Die Vorstellung als würde man leicht in eine Kerzenflamme blasen, wobei die Flamme lediglich ganz leicht zum flackern gebracht wird, hilft den Stimmambitus auf eine natürliche Weise auszuweiten und eine Leichtigkeit im Stimmansatz zu erreichen. Besonders wichtig in den Tonbereichen, die uns noch nicht selbstverständlich für das Singen zur Verfügung stehen.

Ansatzrohr
Als Ansatzrohr werden alle lufthaltigen Räume oberhalb der Stimmritze bezeichnet, die der Klang- und Lautbildung dienen, d.h. die Mund-, Nasen-, Rachenräume.

Appoggio
Wichtigstes Merkmal der italienischen Schule ist das "appoggio", welches vom Verb "appoggiare" herkommt und "anlehnen, sich gegen etwas stützen" heisst. Der italienische Sänger stützt imaginär vom unteren Rücken gegen die obere vordere Brustwand. Der Begriff des "appoggios" ist sehr umfassend und schliesst neben der Atemführung auch Begriffe des Resonanzempfindens mit ein (appoggiarsi in testa, appoggiarsi in petto). "Appoggio" lässt sich auch als das balancierte und ökonomische Zusammenspiel aller zum Singen benötigten Muskeln und Organe beschreiben. Durch diese Praktiken wird allerdings der innere Brustmuskel übermässig aktiviert. Diese Tätigkeit aktiviert wiederum die internen Muskeln der Stimmfalten und wohl auch die Schliessmuskeln. Daraus resultiert ein relativ offener Stimmklang (geschlossene Stimmritze bis in die obere Stimmlage). Ein leicht angehobener Brustkorb und eine ruhige Atemführung sind weiterhin Kennzeichen der italienischen Schule.

Arie
Sologesangsstück mit Instrumentalbegleitung

Artikulation
Unter Artikulation versteht man das Formen von Konsonanten und Vokalen unter Zuhilfenahme der Artikulationswerkzeuge.

Artikulationswerkzeuge
Sie sind für das Formen von Vokalen und Konsonanten verantwortlich und bestimmen den Charakter eines Tones. Zunge, Lippen, Unterkiefer, weicher Gaumen und Gesichtsmuskulatur sind beweglich, über sie kannst du den Klang des Tones direkt beeinflussen. Oberkiefer mit hartem Gaumen und Zähne sind nicht aktiv zu bewegen, den Toncharakter kannst du über sie durch deine Vorstellung beeinflussen.

Atembetonung
Über die Einatmung nehmen wir die Welt in uns auf, in der Ausatmung geben wir unser innerstes Wesen in die Welt hinein. Der Atem stellt auch die Verbindung her von Mensch zu Mensch. Menschen die zuviel „Welt“ in sich hineinnehmen, neigen zur Überbetonung der Einatmung, Menschen, die mehr von sich in die Welt hinausgeben, betonen ihre Ausatmung.

Atemtypen
Je nachdem welcher Körperabschnitt die stärkste Bewegung ausführt, lassen sich folgende Atemtypen unterscheiden: Bauch-Zwerchfell-Flanken-Atmung (Mischatmung) bzw. Bauchatmung, Brustatmung, Schulteratmung. Der Brustkorb hebt und senkt sich natürlich bei allen Formen der Atmung.
Beim Sprechen und in der Ruhe wird normalerweise die gemischte Bauch-Zwerchfell-Flanken-Atmung eingesetzt. Sie gilt als physiologische Atemform, da bei ihr alle möglichen Körperabschnitte zur Atmung genutzt werden und eine gute Anpassung des Atemstroms an die Kehlkopffunktionen stattfinden kann. Die Schulteratmung, die sogenannte Hochatmung, ist die unökonomischste Atemform und gilt daher als ungesund. Neben den o.g. Atemtypen lassen sich noch zwei Atemarten unterscheiden:

Ruheatmung
Bei dieser Atemart verläuft die Ausatmung passiv und die Ein- und Ausatemphase ist etwa gleich lang. Es wird durch die Nase geatmet, und es dehnen sich die Atemräume in Brust-, Bauch- und Flankenbereich aus.

Sprechatmung
Bei der Sprechatmung ist die Ausatemphase gegenüber der Einatemphase stark verlängert. Geatmet wird mit geöffnetem Mund oder mit Mund und Nase zugleich. Zudem ist die Ausatmung bei der Stimmatmung im Gegensatz zur Ruheatmung ein aktiver Vorgang. Der Mensch steuert also bewusst, wie viel Luft er während des Sprechens abgibt. Dabei ist eine genaue Dosierung der Atemluft und der Stimmlippenspannung sehr wichtig, um eine ökonomische Sprechweise zu erlangen.

Atemfrequenz

Neugeborenes: ca. 60 – 70 Atemzüge/min
Kind im 5. Lebensjahr: ca. 26 Atemzüge/min
Junger Erwachsenen im Stehen bei Körperruhe: ca.10 – 20 Atemzüge/min
Bei einem entspannten Erwachsenen: ca.  4 – 6 Atemzüge/min

Atemmechanismen
Bei normaler, spontaner Atmung wird ein Atemzug vom Zwerchfell aus eingeleitet. Erst dann setzt die obere Brustkorbatmung ein. So haben die einzelnen Lungensegmente Gelegenheit, sich zu entfalten und zu entdrehen. Wird der Atemzug vom Sternum und den oberen Rippen eingeleitet, kann das zur paradoxen Atmung führen. Das Zwerchfell wird durch zu frühes Hochziehen des unteren Rippenbogens während der Einatmung nach oben gezogen.

Atmung
Neben der primären Aufgabe der Atmung, dem Gasaustausch, wird der Ausatemstrom auch zur Stimmgebung genutzt. Im Gesangsunterricht wird der Schwerpunkt auf Bauchatmung gelegt. Sie ist die gesündeste und natürlichste Atmung, garantiert das größte Atemvolumen und eine optimale Vorraussetzung für einen guten Ton. Atme nur soviel ein, wieviel du brauchst und sei locker und natürlich. Um die Atmung richtig nutzen zu können, sollte man einige anatomische Grundlagen kennen.

Merksätze:        Ausatmung: Luft geht raus – Bauch geht rein
                        Einatmung:  Luft geht rein – Bauch geht raus

Der menschliche Körper kann in ca. 0,2 Sekunden voll beatmet sein! Vorraussetzung dafür ist eine lockere Bauch-, Rücken-und Zwischenrippenmuskulatur.

Ausdrucksparameter der Musik
Die neun wichtigsten sind:
1. Klangfarbe
2. Dynamik (Abstufung der Tonstärke)
3. Agogik (lebendige Temposchwankung)
4. Artikulation (getrennt, getragen, gehalten, gebunden)
5. Phrasierung (Atem und Gliederung)
6. Charakter (Klangsprache) z.B. fröhlich, besonnen, beschaulich, lyrisch usw.
7. Ornamentik (Verzierungslehre)
8. Stimmenführung
9. Style (Epoche, Zeitgeist)


B

Ballade          
(altfrz. "balada", tanzen) 
Lied mit einem erzählenden Inhalt, zunächst als romanisches Volkstanzlied, später als hohe Liedkunst der höfischen Sänger des Mittelalters; in der Zeit der Romantik mit literarischen-märchenhaften Inhalten. Opernballaden sind beispielsweise: die italienische Ballatella Neddas im Bajazzo, die Ballade der Senta im Fliegenden Holländer, des Warlaam in Boris Gudonow.

Bauchatmung
Intensivste Form der Einatmung, die größtmögliche Luftzufuhr ermöglicht. Damit wird die bestmögliche Voraussetzung für die Stütze eines Tones und für eine gesunde, kräftige Stimme geschaffen. Dabei senkt sich das Zwerchfell bei der Einatmung tief hinab, die Lunge dehnt sich nach unten aus. Je nachdem die Vergrößerung des Brustraums mehr durch das Zwerchfell oder die Brustmuskulatur herbeigeführt wird, spricht man von Bauch(Zwerchfell)- oder Brustatmung.

Belcanto
Schöngesang (ital.) mit besonderem Wohllaut und artistischer Beherrschung der Stimme. Der Belcanto entstand in Italien um 1600. Die mehrstimmige Musizierweise tendierte langsam dazu, der begleiteten Solostimme den Vorrang zu geben. Übersetzt heisst Belcanto "schöner Gesang" und das war es auch: die Erforschung der vielfältigen Möglichkeiten der menschlichen Stimme. Belcanto­komponisten waren z.B. Cavalli, Monteverdi, Carissimi und natürlich Gioacchino Rossini. Diese sangen z. T. selbst und waren mit den Möglichkeiten der Stimme bestens vertraut.
So besteht das Können des Belcantosängers darin, Phrasen in vielfältigen Klangfarben zu singen und die Kunst der Verzierungen, Koloraturen und Läufe meisterhaft zu beherrschen. Die Sänger versuchten, es den Instrumentalisten an Stimmumfang und Geläufigkeit gleich zu tun. Besonders die Kastraten mit ihren stimmlichen Möglichkeiten trugen zur Entfaltung des Belcanto bei. Die Blütezeit des "alten Belcanto" war im 17. und 18. Jahr hundert.
Wichtig ist es, dass beim Belcanto der gesamte Körper als "Instrument" betrachtet und der Schüler dazu angehalten wird, seinen Sinnesempfindungen beim Singen nachzulauschen.

Belting
Der Begriff Belting (zu deutsch: „schmettern“) beschreibt ein Hinaufziehen der Bruststimme und durch eine bestimmte Mundformung eine andere Vokalbildung. Durch eine veränderte Stellung der Lippen bzw. des Mundes - nämlich nicht nach unten, sondern eher in die Breite – kann die Stimme direkter nach vorne „ausgesprochen“ werden. Dies sollte schonend betrieben werden. Wichtig ist auch, die Grenze für die Bruststimme im Zusammenhang mit der Stimmlage zu sehen, da sich die Übergangslagen verschieben. Zu starkes und häufiges Belten ist stimmschädigend. Die Belting-Technik ist nur als Stilmittel zu empfehlen. Wer dauerhaft oder meistens so singt, hat eine unnatürliche und nicht gesunde Art zu Singen. Voraussetzung dafür ist immer eine „klassische“ Ausbildung.
Es gibt verschiedene Arten des Beltings. Zum einen haben wir den sogenannten Belt-Mix. Hier wird beim Gebrauch des leichteren Registers Wert auf eine energische Art zu sprechen gelegt. Ebenso wird die Stimme durch Stütztätigkeit gehalten. Wenig Vibrato und gedeckte Vokale sind ein weiteres Kennzeichen vom Belt-Mix. Dieser bildet das klassische Mittelregister im Pop-Sound.
Zum anderen gibt es die sogenannte Legit- oder Broadwaystimme, welche im Bereich des Musicals angewendet wird (z.B. Ute Lemper). Diese ist dem klassischen Gesangston in der Bildung schon etwas näher.
Jetzt ist es wichtig zu klären, was genau denn dieses Schmettern erzeugt, und warum die Belting-Stimme nicht den gleichen Klang hat wie die klassische. Der klassische Sound steht in direktem Verhältnis zu den klassischen Vokalen. Diese sind der Italienischen Sprache entnommen, welche den Vokalen der deutschen Sprache entsprechen. Die kleinen, deutlich umkreisten Vokalen a e i o u bilden einen klaren, eng umrissenen und auch kopf-resonantigen Ton. Die Belting Vokale hingegen entstammen einer anderen Sprache, nämlich der amerikanischen und sind entsprechend breiter und auch nicht mehr so genau Vokale als eigentlich mehr Vokal-Laute.
Um diese amerikanischen Belting-Vokale optimal aussprechen zu können und um sie damit auch besser singen zu können gibt es eine spezielle MUNDHALTUNG. Sie ist breit wie die breiten Vokal-Laute und GEBISSEN. Dieser BISS hat dabei die Funktion eines Hebels, der den Unterkiefer hinten vom Oberkiefer löst und somit im Rachenraum eine große Öffnung erzeugt. Diese AKTIVE Mundhaltung unterstützt den nach VORNE gerichteten Ansatz der Belting-Vokale, was ihr den charakteristischen "geschmetterten" Sound verleiht. Wichtig: Die direkt nach Vorne gesprochenen Belting-Vokale erklingen automatisch mit dem geschmetterte Sound der Belting-Stimme. Es geht in keiner Weise um irgend einen zusätzlichen Druck gegen die Stimmbänder oder ein Pressen der Stimme um diesen Sound zu erzeugen. Allein die anderen Vokale, gesprochen in einer Kombination mit einer beißenden, aktiven Mundhaltung, erzeugen den charakteristischen Sound der Belting-Stimme. Bei der Erarbeitung dieses Belting-Ansatzes ist immer wieder problematisch, dass es verleitet zu pressen, und Anfangs der Eindruck entsteht, dass die Stimme geschrien wird. Belting ist ein Hilfsmittel und ein Stilmittel. Am Ende benutzt jeder Sänger und jede Sängerin eine eigenen Mischung aus einer klaren "ganz nach Vorne" angesetzten Belting Stimme und einem Anteil an geführter Kopf-Resonanz wie sie aus dem klassischen Ansatz deutlich wird. Diese Mischung ist immer ein ganz natürliches Verhalten der Stimme selbst, schon allein deshalb, weil der Kopf-Resonanz Verlauf ein ganz und gar natürlicher Verlauf der Stimme ist. Belting ist also eine Spezialisierung - Die Basis ist und bleibt das Wissen um den natürlichen Verlauf der Resonanz, im klassischen Ansatz.

Blockaden
Jeder Mensch kann singen. Wem es gelingt die seelischen und körperlichen Blockaden aufzulösen und zu transformieren, wird seine Stimme und die Eigenheit seines Wesens immer besser erfahren und entfalten können. Blockaden sind im Laufe des Leben erworben, dass heißt durch Erziehung und Lebensweise entstanden. Ein guter Vergleich ist vielleicht die Körperhaltung. Die persönliche Körperhaltung entsteht durch innere und äußere Einflüsse, bzw. einschneidende Erlebnisse. So ist die gebeugte Haltung auch Ausdruck der seelischen Stimmung des Menschen. Die innere Haltung oder Prägung wird hier zur äußeren Haltung. Eine ungünstige Haltung kann dann den Klangstrom behindern.

Tip: Sein Gleichgewicht kann er wiederfinden, wenn er lernt, sich in der Mitte, in der Gegend des Zwerchfells und des Sonnengeflechts zu zentrieren. Dort befindet sich unsere Kraftzentrale, das HARA-Zentrum der Inder.

Brillanz
Einen Ton nennt man dann brillant, wenn er hell und klar klingt. Die Brillanz eines Tones ist abhängig von der Anzahl und Zusammensetzung seiner Obertöne.

Bruststimme
Den größten Resonanzraum des Körpers stellt der Brustkasten dar. In diesem resonieren eine ganze Reihe von Tönen, die wir deshalb Brusttöne nennen. Man spürt beim Singen die Vibrationen im Brustkorb wenn man sein Hand flach auf die Brust legt. Die Gesamtheit der Brusttöne bilden das Brustregister, oder geläufiger, die Bruststimme.

Bruststimme   = Resonanz im Brustbereich
Kopfstimme    = Resonanzräume des Kopfes

Beide Schwingungsarten (Register) können im Grenzbereich (im sogen. Übergang) nebeneinander auftreten. Diese nennt man amphotere Töne.


C

Chakra
Beim Singen werden auch die Chakra (ind. Tschakram, äg. Tep; Chakra/Cakra bedeutet Rad) mit beeinflußt. Chakras sind Energietore in unserem physischen Körper. Sie nehmen Energie aus feineren, höheren Ebnen auf und geben Energie in die Umgebung ab. Es existieren 7 Hauptchakras die in Kommunikation mit bestimmten Drüsen stehen und mehrere sogenannte Nebenchakras. Alle Chakras sind mit einem Energiekanal (ind. Shushumna) in unserer Wirbelsäule verbunden und durchdringen Körper und Organe. Sie dienen auch der Ansaugung bestimmter atmosphärischer Prinzipien. Im Zutand erhöhter Aktion werden sie gleichsam zu seelischen Organen. Sie ziehen desweiteren die undiffernzierten Partikeln der Edelgase (ultraviolettes Hydrogen usw.) an. Nach meinen Erfahrungen kann man mit hohen Tönen die oberen Chakren und mit tiefen Tönen die unteren Chakren erreichen. Es existieren noch weitere Lehren wo einzelne Vokale oder Umlaute den Chakren zugeordnet werden. Wer da genaueres erfahren will, möchte sich bitte darüber selber informieren.

Chromatisch
Folge von Halbtonschritten. Sie werden mit sogenannte Vorzeichen im Notenbild zu Halbtonerhöhung oder Halbtonerniedrigung erzielt. Alle zwölf Halbtöne nacheinander gespielt oder gesungen ergeben eine Oktave. Chromatik: Benutzung von nicht zur Grundtonart gehörigen Halbtonschrittten.

Crescendo
Crescendo heißt „lauter werdend“, an Tonstärke zunehmend. Im Gegensatz zu decrescendo – an Tonstärke abnehmend, „leiser werdend“.

Coup de glotte
Der Begriff „coup de glotte“ stammt aus der „klassichen“ italienisch/schwedischen Gesangsschule und bezeichnet einen gesunden Stimmbandschluss.

Cuperto
Der Begriff „Cuperto“ beschreibt in der alten italienischen Schule „Singen durch eine kleine Mundöffnung mit großer Kehlöffnung“. Das Resultat ist eine Mischung der Register und die Ausbildung der Randkanten der Stimmbänder von der hohen bis zur tiefen Lage. Als Dr. Van Lawrence (Laryngologe an der Houston Grand Opera) das erste mal die Cuperto-Funktion durch ein fiberoptisches Laryngoskop sah, meinte er es sähe aus, als ob die Stimmbänder eine „Massage“ bekämen. Während ihrer Graduierten-Forschung an der Universität von Nord Texas, entdeckte Dr. Barbara Mathis von der Lamar Universität, dass das Singen der Cuperto-Übung die Randkante der Stimmbänder stärkt.
Das Cuperto ermöglicht das Singen in einer Schutzfunktion - ohne direkten Druck auf den Stimmbändern. So erlangt der Sänger stimmliche Ausdauer. Außerdem bringt es alle Vokale in die gleiche Kehlöffnung. Alan Lindquest nannte das „Vokalausgleich“. David L. Jones bezeichnen das „Cuperto“ als „das Erreichen des Kopfstimmregisters mit großer stimmlicher Freiheit“.


D

Decken
Eine Weitung des unteren Rachens, durch die Entspannung der unteren und mittleren Rachenringmuskeln, die am Ring- und Schildknorpel sowie am Zungenbein entspringen. Unter den Praktiken der Sänger ist dieser Vorgang, der auch die Senkung des Kehlkopfs bewirkt, unter der Bezeichnung „Decken“ bekannt. Hand in Hand mit diesen Bewegungen geht wahrscheinlich eine Entspannung der Stimmlippen infolge einer Rückkippung des Schildknorpels. Die klangliche Empfindung, das „Sitzgefühl“ des Sängers dabei ist wesentlich im Nasenrachen-(Gaumen-) Bogen lokalisiert. Er übt dieses Prinzip vor allem mit dem Vokal „u“ und/oder durch eine gewisse Gähnstellung. Klanganalytisch zeigt das „gedeckte“ Singen einen größeren Reichtum an Obertönen als das sogenannte offene Singen bei dem eben keine übermäßige Weitung des unteren Rachens angesterbt wird.

Denken
Die Vorstellungen die wir beim Singen einsetzen, sollten hilfreich sein und unseren Gesang unterstützen. Zum Beispiel ist das Denken eines Tones in die Weite hilfreich, um freier Singen zu können. Oder, wenn man einen hohen Ton singt, stellt man sich im Geiste vor, dass man einen tiefen Ton singt. Umgekehrt kann man das genauso machen: wenn man einen Tiefen Ton singt, stellt man sich im Geiste vor, als ob man einen hohen Ton singt. Das bewahrt vor unnötigen Verkrampfungen der Muskulatur und schafft mehr Weite im Ton. Ausprobieren!
Bei der Interpretation sollte man sich überlegen was einem der Song bedeutet und wie er ihn dem Publikum nahe bringen möchte. Dabei sollte das Denken nicht überbewertet werden, denn der Bauch und das Herz sind ebenso entscheidend.

Diatonik         
Tonsystem, in dem die Oktave in eine bestimmte Abfolge von fünf Ganz- und zwei Halbtönen unterteilt ist. Die sich daraus ergebenen Tonreihen (Skalen), wie Dur-, Moll- und Kirchentonarten bilden die Grundlage der europäischen Musik.

Dissonanz
Unharmonischer Klang mehrerer Töne, die dadurch eine Spannung in der Komposition auslösen.

Dreiklang
Der Dreiklang ist ein Akkord aus 3 Tönen, die in ihrer Normallage Grundton, Terz und Quinte sind. Die tonale Musiklehre unterscheidet den Dur-Dreiklang, den Moll-Dreiklang sowie den verminderten und den übermäßigen Dreiklang.

Duett
Gesangsstück für zwei Solostimmen mit instrumentaler Begleitung.

Dur
Dur und Moll sind Tongeschlechter, die mit einem Grundton, die Tonart des Musikstückes festlegen, (z.B. C-Dur). Durtonarten haben eine klare, strahlende Grundstimmung. Molltonarten eine weiche, melancholische Grundstimmung.

Dynamik
Ein Song wirkt nicht zuletzt auch durch die verschiedenen Lautstärken, in denen er vorgetragen wird, auf die Zuhörer. Die bewußte Steuerung zwischen laut und leise ist für die Gestaltung eines Songs sehr wichtig. Einen hohen Ton leise bzw. einen relativ tiefen kraftvoll klingen zu lassen, muß trainiert werden.


E

Einsatz
Damit ist der Moment gemeint in dem der Ton entsteht bzw. anklingt. Beim Einsatz sollte man das Gefühl des "Fliegens" haben schreibt Johannes Messchaert (1857 - 1922). Dies ist meiner Meinung nach eine gute Umschreibung für das "sängerische" Gefühl.

Einsingen
Vor jedem Unterricht, jedem Auftritt mindestens 5-10 min Einsingen und die Stimme, besser gesagt die Muskulatur lockern. Empfohlen wird auch sich am Morgen des Auftritts Einzusingen und dann kurz vor dem Auftritt noch ein Warmup zu absolvieren. Wichtig ist das du nicht schon beim Einsingen alles gibst, sondern ganz leicht und sanft an deiner Stimme arbeitest. Am schönsten ist Natürlichkeit und Lockerheit. Du solltest auch die Fähigkeit haben, dich am eigenen Gesang schon beim Einsingen zu erfreuen. Singen sollte generell nicht anstrengen.

Als allererstes lockern.

  1. Beuge dich im Stehen mit dem Oberkörper runter, und schüttel dabei die Arme aus. Dann komm langsam wieder hoch. Richte dich Wirbel für Wirbel wieder auf.
  2. Recke und streckt dich. Stelle dich auf die Zehenspitzen und greift nach den Sternen.
  3. Lass die Schultern zuerst vorwärts und dann rückwärts kreisen. Ziehe sie dann zwei oder drei Mal so weit Richtung Ohren, verharrt kurz in dieser Position und lass sie dann locker fallen.
  4. Kreise den Kopf langsam und behutsam in beide Richtungen.

Atemübung:

  1. Zwerchfelltraining „ssss“

Zur Lockerung:

  1. „bla, blo, blu“
  2. Zusammenwirken zwischen Zwerchfell und Stimme „dido und dodu“
  3. Resonanzräume „Ping-Ching“
  4. Lockerung „Brrrrrrr“

Ein Musterbeispiel für Einsingen, ist das beliebte deutsche Popsternchen Jeanette. Egal ob für ein Konzert, TV-Auftritt oder Studioaufnahmen, sie nimmt sich immer Zeit ihre Stimme richtig aufzuwärmen. Das Einsingen dauert bei ihr mindestens 10 Minuten, wenn sie Zeit hat bis zu 30 Minuten. Sie singt sich nach folgendem Schema ein:
Atemstütztechnik: z. B. "P, T, K" (bei jedem Konsonanten setzt man einen Impuls, der sofort wieder gelöst wird). Weiter, alle Töne von so hoch oben wie möglich runtergleiten und sie so vibrieren lassen (klingt wie "Brrr"). Dies tut sie fünf bis sechs Mal.
Normale Gesangsübungen: z. B. unterschiedliche Vokale auf Dreiklang. Nach dem Auftritt macht sie manchmal noch zwei bis drei Mal die "Brrr"-Übung.

Entspannung und Spannung beim Singen
Das Verhältnis von Spannung und Entspannung bezieht sich nur auf diejenigen Spannungen, die wir wirklich empfinden können und sollen. Es handelt sich eigentlich zunächst nur um eine Einstellung die dem Sänger bewußt werden muss. Hat man sie verinnerlicht, so fallen Muskelempfindungen, die anfangs die Aufmerksamkeit brauchten, ins Unbewußte zurück. Gerade die am intensivsten arbeitenden Muskelgebiete müssen zunächst durch die Vorstellung der Entspannung gegen jeden unbefugten Eingriff geschützt werden, bis die Funktionen automatisch richtig sind und dann diese Vorstellungen von anderen Vorstellungsformen gleichen und höheren Zweckes abgelöst werden können.
Je mehr die Muskulatur lernt, alle Tätigkeit auf der Grundlage der Lockerheit zu verrichten, nach jeder Energie sofort wieder in Relaxie zurückzustreben und niemals unnütz gespannt zu bleiben, desto mehr werden die einzelnen feinen Muskelgruppen ein harmonisches Spiel und Gegenspiel ihrer Kräfte sich auswägen, desto mehr wird jeder Faulheit und Schwerfälligkeit der Funktion vorgebeugt, die nichts weiter sind als eine gewohnheitsmäßige Folge unnützer Ermüdungen. Im Grunde handelt es sich immer um eine Entspannung der Nervenzentren. Das Charakteristische für den Anfänger ist immer, dass ein Viel-zu-viel an Arbeit, an Aktivität ein Viel-zu-wenig an Erfolg, an Leistung erreicht. (25)

Entspannung
Ent-spannen hat etwas mit Spannung zu tun. Und der Aufbau derselben ist eine unserer grössten Fähigkeiten. In dem wir uns allerdings dauerhaft anspannen, zehren wir an unseren Kräften. Und diese sind begrenzt. Daher brauchen Körper und Geist regelmässige Entspannung, in der sich die Batterien wieder aufladen. Wir ver-spannen unseren Körper, wenn wir unseren Geist zu sehr anspannen. Denn Spannung ist ein wechselseitiges Geflecht zwischen Körper und Geist. Entspannen wir die eine Seite, zieht die andere mit. Ist die eine verkrampft, wirkt sich das auf die andere aus.
Atemübungen bzw. eine Meditation mit einem ruhigem und tiefen Atem sind eine wirkungsvolle Methode, um ein Gespür für den eigenen Körper zu bekommen. Wichtige Punkte der Entspannung sind: sich wohl und geborgen fühlen, wissen dass man gerade etwas sehr heilsames, kräftigendes und wohltuendes für sich vollbringt und das rechtes Handeln und umfassende Wahrnehmung mit der „Entspanntheit“ meiner Person zu tun haben. Die Übungen am Anfang unbedingt regelmäßig pflegen, da die Wiederholungen uns dazu dienen, dass wir uns immer wieder der Entspanntheit besinnen.

Entzündung
Entzündungen der oberen Atemwege werden durch sogenannte Konfliktschocks ausgelöst und treten auch bei Erkältungen auf (www.neue-medizin.de). Die Stimme wird dadurch maßgeblich beeinflußt, sie klingt nasal. Ist auch der Kehlkopfbereich entzündet, wird die stimmliche Leistung gravierend beeinträchtigt. Eine Kehlkopfentzündung bedingt absolute Ruhe für die Stimme. Beachte: Eine Entzündung ist immer eine Überhitzung, eine Heilungsphase des Körpers. Die Viren und Bakterien lösen nicht die Entzündung oder Grippe aus, wie weitläufig angenommen wird, sondern sie sind unsere Freunde und helfen uns den „Müll“ aus unserem Körper zu schaffen und alles zu reparieren. Krankheit ist ein Sinnvolles Biologisches Sonderprogramm (SBS) der Natur und wird ausschließlich durch einen Konfliktschock (DHS), eine Vergiftung (z.B. Gift, zuviel Medikamente, Chemotherapie) oder mechanische Ursachen (Unfall) herbeigeführt. Wer´s nicht glaubt informiere sich bitte auf o.g. Internetseite, beobachte dann aufmerksam selber und „programmiere“ sich vom antrainierten Weltbild um. Viel Spaß!

Erweiterung des Tonumfanges
Den Tonumfang zu erweitern bedeutet geduldiges Üben und Rückkehr zu natürlichem Singen ohne Anstrengung! Was viele aber nicht wissen: hohes und tiefes Singen hängen unmittelbar zusammen. Wer mit seiner Stimme nie in den "Keller" geht, wird auch in der Höhe seinen Tonumfang nicht erweitern können und umgekehrt. Es bringt also eine ganze Menge, seine Lieblingslieder einfach mal eine Oktave tiefer zu trällern!

Explosivlaute
Sind die Laute „p“, „b“, „t“ und deren etwas weichere Entsprechungen „d“, „k“ und „g“, die der ausströmenden Luft einen Verschluß entgegenstellen, der beim Artikulieren der Laute explosionsartig gelöst wird. Durch diese „Explosion“ wird das Zwerchfell besonders gut angeregt.


F

Falsett
Häufig wird die Kopfstimme als Falsettregister bezeichnet. Manchmal wird auch das hohe Register der weiblichen Stimme als Kopfstimme und das der männlichen Stimme als Falsett bezeichnet.

Fließlaute
Eignen sich besonders, um die kontrollierte Ausatmung zu trainieren. Das sind „f“, „s“ und „sch“, da sie der ausströmenden Luft einen kontinuierlichen Widerstand geben.

Flüstern
Flüstern ist so ziemlich die anstrengendste und unnatürlichste Form der Stimmproduktion. Auf Dauer ist es schädlich und bietet auch bei Erkältungen, Kehlkopfentzündungen oder Stimmbandschäden keine Erleichterung. Wer seine Stimme in solchen Fällen schonen will, sollte am besten Schweigen oder einfach leise sprechen.

Formanten
Die verstärkten Teiltonbereiche heißen Formanten. Das heißt wenn also ein Ton in einem Frequenzspektrum von 50Hz bis 5000Hz stattfindet, sind je nach Ausformung der unterschiedlichen Vokale gewisse Frequenzen mehr und andere Frequenzen weniger angehoben. Einen Frequenzbereich der angehoben ist, nennt man einen Formanten. Generell beruht das Wesen der Vokale akustisch auf der Realisierung bestimmter Formanten. Der Vokal „a“ beispielsweise hat seinen Formantenbereich immer etwa bei 1000Hz, gleichgültig, ob er von einer tiefen Männerstimme oder einer hohen Frauenstimme, in tiefer oder hoher Lage hervorgebracht wird. Ist dieser Formantenbereich im Klang nicht ausgeprägt enthalten, hört man nicht den Vokal „a“. Zum erkennen eines Vokals hinsichtlich seiner charakteristischen Klangfarbe sind aber mindestens zwei Formantenbereiche nötig. Insgesamt kann ein Stimmklang über fünf Formanten aufweisen.

Frequenz
Die Frequenz gibt die Anzahl der Schwingungen eines Tones pro Sekunde an, ihre Maßeinheit sind Hertz (Hz).


G

Ganzton
Intervall der großen Sekunde (zwei Halbtonschritte), z.B. von c nach d auf der Klaviertastatur.

Gaumensegel
Der formbare weiche Gaumen verlängert den harten Gaumen, indem man das Gaumensegel aufstellt. Die dadurch entstandene große Wandstärke des weichen Gaumens bietet dem Ton eine gute, schwingfähige Resonanzplatte. Das Aufstellen des Gaumensegels ist besonders bei hohen Tönen wichtig.

Gähnstellung
Durch die Vorstellung, gähnend einzuatmen und zu singen, ist der Sänger in der Lage seinen Mund-, Rachenraum zu vergrößern, wodurch ein größerer Resonanzraum gebildet wird. Die Gähnstellung ist eine Vorstellungshilfe, ähnlich der Staunstellung.

Geläufigkeit
Um der Stimme Geläufigkeit zu verleihen, übt man erst langsam, dann schnell und schneller Figuren von 5, 6, 7, 8 Tönen usw. herauf und herunter (z.B. Tonleiter 1-2 Oktaven). Je höher und brillanter die Figuren steigen sollen, je mehr Atem, „e“ und „ji“ bedürfen sie – sie halten die Kopfwege frei. Wenn Kehlkopf und Zungenlage begrenzt werden, muß man, um den Kehlkopf tiefer zu stellen, zum Hilfsvokal „u“ gehen. Der Tonlauf muss gebunden und nach oben nasal sein.

Geräusch – was ist das?
Von einem Geräusch spricht der Physiker dann, wenn ein Schallereignis aus vielen verschiedenen Tönen besteht, die nicht im Verhältnis der Obertöne zueinander stehen. Beispielsweise entsteht beim Eingießen von Tee in eine Tasse ein Geräusch.
In unserer Umgangssprache wird oftmals nicht genau zwischen Ton und Klang unterschieden. Die Physiker nehmen es mit den Begriffen etwas genauer. Physikalisch gesprochen ist ein echter Ton ein Schallereignis, das tatsächlich nur aus einer einzigen perfekten Welle besteht.

Glottis
Stimmritze (ferner Stimmapparat). Glottal (griech.) Stimmritzenlaut, Kehlkopflaut.

Glottis-Schlag
Der Glottis-Schlag ist ein Vorgang, bei dem die Stimmbänder mit zu hohem Druck in der Glottis zusammengehalten werden (ein übermäßiger Verschluss der Stimmbänder), um dann mit einer Explosion des Atemdrucks (Gewalt) auseinandergedrückt zu werden. Das ist sehr ungesund für die Stimme. Der perfekte Einsatz dagegen ist ein Vorgang, bei dem die Stimmbänder sich nach der Einatmung sanft schließen. Aus entspannter Lage heraus setzt dann beim Beginn des Tones die Vibration zusammen mit der Dehnung des Körpers (bzw. der unteren Rückenmuskulatur) ein. Alan Lindquest nannte das „Versiegeln der Stimmbänder“. Der Atem wird dabei sofort nach der Einatmung komprimiert (Stütze). Das verhindert einen Glottis-Schlag.

GM-Standard (General MIDI-Standard)
Normierung der Program-Change-Nummern und der Tastenbelegung bei der Keyboardpercussion. Alle Geräte, die der GM-Norm entsprechen, haben den einzelnen Klangfarben dieselben Program-ChangeNummern zugeordnet (z.B. Grand Piano als 001). Die GM Norm umfaßt insgesamt 128 verschiedene Instrumente. Durch die GM Norm können Sequenzerstücke (Aufnahmen) auf verschiedenen Instrumenten abgespielt werden, ohne das sich die Instrumentierung verändert. Erweiterungen der GM-Norm sind der GS-Standard von Roland und der XG-Standard von Yamaha.

Grundton
Ist das „Fundament“ für den Aufbau einer Tonleiter oder eines Akkords. Nach dem Grundton wird der Akkord bezeichnet. Bei Grundton c heißt der Akkord dann C und zusätzlich entsprechend dem Akkordsymbol Moll, Dur, vermindert etc.


H

Haltung
Oft arbeite ich an der Körperhaltung der Sänger, um die Stimmbalance herzustellen. Verspannt ein Sänger den Nacken und schiebt den Kopf auch nur ein wenig nach vorne, steigt der Kehlkopf nach oben. Daraufhin kommt auch der Unterkiefer nach vorne und macht es den Stimmbändern unmöglich, sich einander anzunähern.  Wenn ein Sänger keine gute Haltung hat, können die Rückenmuskeln den Atemdruck nicht zurückhalten.
Weiterhin spielt die Haltung eine wichtige Rolle, wie der Sänger auf andere Menschen, bzw. sein Publikum wirkt. Haltung kann, wie so vieles andere auch, als Stil- und Ausdrucksmittel eingesetzt werden. Nur sollte jeder eine ausgewogene Grundhaltung besitzen von der man alles andere aufbauen kann.

Heiserkeit
Störungen des komplizierten Bewegungsablaufes der Stimmgebung beeinträchtigen die Stimmqualität und die Stimme klingt dadurch heiser. Der Bewegungsablauf kann zum einen durch eine Beeinträchtigung der Stimmlippenschwingungen gestört werden. Zum anderen gibt es die Möglichkeit, dass die Stimmlippen während der Stimmgebung nicht richtig schließen.
Eine raue Stimme ist auf Unregelmäßigkeiten der Stimmlippenschwingungen zurück zu führen. Diese können sowohl funktionelle als auch organische Ursachen haben. Ein erhöhter Kraftaufwand bei der Stimmgebung wirkt sich ebenso negativ auf die Stimmlippenschwingungen aus wie eine Schwellung der Stimmlippen bei einer Kehlkopfentzündung oder Stimmlippenknötchen. Eine raue Stimme klingt meist hart, gepresst oder knarrend.
Eine behauchte Stimme entsteht, wenn sich die Stimmlippen nicht richtig berühren. Dadurch entweicht mehr Luft, als zur Stimmgebung nötig wäre. Diese Luft wird verwirbelt und verursacht Zusatzgeräusche, die der Hörer als Behauchtheit wahrnimmt. Sprecher mit einer behauchten Stimme haben Probleme, längere Phrasen ohne Atempause zu sprechen oder sie reden ständig mit der Restluft (klingen erschöpft, „pfeifen aus dem letzten Loch“). Auch hier gibt es organische (Stimmlippen) wie funktionelle Ursachen.

Harmonie
Zusammenklingen von mindestens drei verschiedenen Tönen. Wird auch als Akkord bezeichnet.

Hochatmung
Die Clavicular-Atmung (Hochatmung) ist die ungünstigste Art zu atmen. Es treten Spannungen im Hals- und Nackenbereich auf die sehr ungünstig für freies und natürliches Singen sind. Weiterhin erzeugt ein hoher Atem einen zu hohen Atemdruck unter dem Kehlkopf. Atmet ein Sänger in die obere Brustregion, wird er daraufhin das Brustbein herunter drücken, um den Atem zu steuern. Das ist eine ungesunde Praxis, die die Stimmbänder ”überbläst“. Unterkiefer und Zunge können auf einen zu hohen Atemdruck häufig mit unkontrollierbarem Zittern reagieren. Die gesündeste Atmung ist die Bauchatmung mit Einbezug der Flankenatmung bzw. des unteren Rückens.

Husten
Beim Husten schießt sich das Zwerchfell mit enormer Geschwindigkeit herauf. Die so aus der Lunge austretende Luft sprengt die geschlossenen Stimmlippen mit Geschwindigkeiten bis zu 180 km/h auseinander. Auch ständiges Räuspern kann der Stimme abträglich sein, weil auch dabei die Stimmlippen verkrampfen können.

Hyperventilation
Durch zu schnelles Atmen entsteht ein Sauerstoffüberschuß im Körper, der sich in Form von Schwindel auswirkt. Bei beginnendem Schwindelgefühl sollten die Atemübungen (besonders die Hechelübung) erst einmal abgesetzt werden.


I

Improvisation
Ein eigener Stil ist eine Voraussetzung dafür, dass man sich von anderen unterscheidet. Im Jazz und im Blues ist  Improvisation sehr wichtig. Regelmäßig üben, sonst funktioniert Improvisation nicht! Wie bei fast allem anderen ist Wohlfühlen, Vertrauen in die eigene Leistung und Lockerheit eine gute Grundvoraussetzung für die Improvisation.

Interpretation
Schöpferische Wiedergabe eines Musikwerkes durch den oder die Musiker bzw. Sänger. Interpretation (lat.): Wiedergabe nach eigenem Verständnis, Erklärung, Deutung. Ein Interpret ist demnach ein nachgestaltender Künstler.
Singen heißt emotional sein. Beim Gesang das Gefühl haben, als ob du alles erzählst, als ob die Töne aus dir absolut frei strömen. Ohne Gefühl ist jeder Song tot. Eine Übung zu einer guten Interpretation ist der Einsatz der Dynamik.

Intervall
Ein Intervall  (lat. intervallum „Zwischenraum“) bezeichnet den Abstand zwischen zwei Tönen, die zur gleichen Zeit oder nacheinander erklingen. Die Prime (1.Tonstufe c-c) ist in dem Sinne kein Intervall. Die kleinsten sind die Halbton-Intervalle (z.B. c-cis), auch kleine Sekunde genannt, dann folgt der Ganztonschritt (z.B. c-d), auch große Sekunde (2.Tonstufe c-d) genannt. Die kleine Terz, bestehend aus drei Halbtonschritten und charakteristisch für die Molltonleiter sowie die große Terz (3.Tonstufe c-e, charakteristisch für die Durtonleiter), bestehend aus zwei Ganztonschritten waren besonders in der Romantik sehr beliebte kompositorische Stilelemente. Weitere Intervalle innerhalb einer Oktave sind die Quarte (4.Tonstufe c-f), Quinte (5.Tonstufe c-g), Sexte (6.Tonstufe c-a), Septime (7.Tonstufe c-h) und Oktave (8.Tonstufe c-c´). Aber es gibt auch Intervalle die über eine Oktave hinausgehen. Intervalle werden in zwei große Gruppen eingeteilt:
reine   und      unreine Intervalle
Prime               Sekunde
Quarte              Terz
Quinte              Sexte
Oktave             Septime

Intonation
Einstimmen der Stimme oder eines Instruments auf die vorgegebene Tonhöhe des zu interpretierenden Werkes. Unter Intonation versteht man weiterhin das „saubere Treffen“ eines Tones. Durch die Vorstellung, Töne nicht hoch bzw. tief zu denken, sondern in die Weite, kann man Töne besser intonieren. Wer singt, der intoniert ständig und durchläuft dabei ganz unterbewusst folgenden Prozess: Er stellt sich einen Ton vor, er stellt Stimmlippen, Resonanzräume etc. darauf ein, produziert den Ton, hört ihn und korrigiert ihn gegebenenfalls. Es ist also sinnvoll diesen Prozess aufzugliedern und zu üben. Die Intonation muss man bei den täglichen Übungen trainieren.

Italienisch-schwedische Gesangsmethode
Die Gesangstechnik der italienisch-schwedische Gesangsmethode hat eine lange Tradition beginnend im 19. Jhd. mit Manuel Garcia d. J. über Gillis Brad (schwedischer Gesanglehrer, Sänger und Arzt), Kirsten Flagstad, Ingebjart Isene, Joseph Hislop, Jussi Björling und Birgit Nilsson bis hin zu Alan Lindquest und seinem Schüler David L. Jones. Dabei handelt es sich nicht um eine "Schule" im klassischen Sinne, die jemand "erfunden" hat, sondern um eine Tradition. Das Ziel dieser Gesangsmethode sind: ein frei funktionierendes "Stimm-Instrument" mit guter Resonanz und Tragfähigkeit, Flexibilität, großem Stimmumfang, individuellem schönem Klang mit ausgeglichenem Vibrato und guter Textverständlichkeit.
Die ital.-schwed. Gesangsmethode ist ein Mittel um dem Sänger den freien und kompletten Zugang zu seinem Instrument zu ermöglichen. Mit Blick auf die richtige Körperhaltung werden die Atemreflexe (wieder) geweckt, die den meisten von uns im alltäglichen Leben verlorengegangen sind. Reflexe des Körpers werden in die richtige Koordination gebracht. Die für das Singen wichtigen Sinneswahrnehmungen werden geschult, um dem Sänger zu ermöglichen, nicht mehr nach dem Hören sondern nach dem Fühlen zu Singen, da ein Sänger sich selbst ganz anders hört als die Umwelt.

Grundsatz von Alan Lindquest
Auf der Grundlage von innerer Ruhe, Stille, Geduld und Vertrauen, angetrieben durch das Verlangen zu Singen, ist die Ausbildung der Stimme die Entwicklung eines körperlichen Instrumentes, das zur richtigen Form und Funktion ausgebildet werden muss durch:

1. Das GEFÜHL für die richtige Haltung.
2. Das GEFÜHL für die richtigen Atemreflexe.
3. Das GEFÜHL der Entspannung im Schluckapparat.
4. Das GEFÜHL der offenen Resonatoren.
5. Das GEFÜHL für die richtigen Bewegungen des Artikulationsapparates.


J

„j“
Da das „j“ seinen Tonsitz nahe den oberen Schneidezähnen hat, bietet es sich an, ihn bei Übungen vor einen Vokal zu setzen, weil es dann leichter fällt, den Tonsitz des Vokals vorn zu halten.


K

Kehlkopf
Im Kehlkopf wird der primäre Ton an den Stimmlippen (Stimmbändern) erzeugt. Er besteht aus einem Gerüst von Knorpeln, die mit Bändern und Muskeln zusammengehalten werden. Der Knorpel, der am Hals zu ertasten ist, wird Schildknorpel genannt. Dieser wird auch als Adamsapfel bezeichnet. Am Schildknorpel sind die beiden Stimmlippen befestigt, die nach hinten an den Stellknorpeln befestigt sind.
Unter dem Schildknorpel befindet sich der Ringknorpel. Dieser Knorpel hat die Form eines Siegelringes, dessen Siegel – eine Verdickung – nach hinten gerichtet ist. Auf dieser Verdickung sitzen die Stellknorpel, die für die Stellung und Spannung der Stimmlippen verantwortlich sind. Der Ring- und der Schildknorpel sind durch Gelenke miteinander verbunden. Durch die Kippbewegung zwischen Ring- und Schildknorpel werden die Stimmlippen ebenfalls gespannt. Auf dem Schildknorpel sitzt der Kehldeckel, der sich beim Schlucken schließt. Somit wird die Speiseröhre von der Luftröhre getrennt und verhindert, dass Fremdkörper (Flüssigkeiten, Speisen, Speichel) durch die Luftröhre in die Lunge gelangen. (siehe Beitrag und Bilder „Stimme und Stimmfunktion“)

Max Nadoleczny:
"Je besser geschult eine Stimme ist, desto kleiner ist im allgemeinen die Kehlkopfbewegung, namentlich beim Aufwärtssingen, während die Einstellbewegung nach unten vor dem Singen beträchtlich sein kann. Hervorragende Sänger, d.h. also sehr gut ausgebildete, singen aufsteigende Tonfolgen meist mit tiefgestelltem Stimmorgan. Die Tiefstellung ist dabei wohl häufig, aber nicht immer bewusst."
Eine typische Anweisung vom Lehrer lautet: nach "hinten" singen, hinten öffnen usw. Die Verbindung zwischen einer entspannten Kehlkopfstellung, daraus resultierenden guten Resonanzverhältnissen und der Atemführung bringt eine neue Stimmqualität hervor. Wenn sich Muskelgefühle sich im Kehlkopfbereich als Schmerzen äußern zeugt das von falscher Spannung. Der Sänger wird, wenn er richtig singt, im ganzen Kehlkopfapperat gar keine aktiven Muskelempfindungen haben. Er wird als Tastempfindungen hier allein zarteste Berührungs- und Vibrationsempfindungen der Luft haben.

Kieferstellung
Eine natürliche Bewegung des Kiefers ist nach unten und leicht nach hinten. Der lockere Unterkiefer ist für einen freien Ton sehr wichtig. Viele Sänger reißen den Kiefer mit Gewalt auf. Das zieht die Zunge zurück wie beim Würge-Reflex und veranlasst den weichen Gaumen herunterzufallen. Das ist für gesundes Singen natürlich nicht gut. Der Kiefer mag z.B. für das „ah“ ein wenig mehr geöffnet werden als für einen geschlossenen Klang wie das „ih“. Jedoch sollte die Zunge in ihrer „ng“ Position verbleiben und der Kiefer muss leicht nach hinten, um die hohen Obertöne im Klang zu belassen. (22)
Gut ist es auch wenn der Schüler vor dem Spiegel Kieferfallübungen macht. Das Wichtige daran ist aber nicht das Aufmachen des Mundes, sondern die wirklich deutliche Empfindung des durch seine Schwere herabfallenden, aus jedem Muskelzusammenhang gelösten Kiefergewichtes. Und das ferner Wichtige ist, dass die Zunge diese Fallübung genau so passiv mitzumachen hat. Sie liegt still „wie ein Kind im Bettchen“. Das überaus notwendige Vorneliegen der der Zungenspitze an den Unterzähnen bei allein Vokalen ist eine Forderung. Das Vorneliegen der Zunge darf niemals auf einer aktiven Bewegung, sondern muss ganz auf der Empfindung ruhender, gelöster Muskulatur basieren. Beim nach vorne und zurückwerfen des Kopfes kann man das feine Gewicht der Zunge deutlich wahrnehmen. Die daraus sinnlich-geistige Vorstellung der Lockerheit ist dabei das Wesentliche. (25)

Klang – was ist das?
Wird die E-Saite auf einer Gitarre gezupft, wird das Hörerlebnis häufig mit den Worten "Das ist der Ton E!" beschrieben. Für den Physiker ist das ein Klang. Denn die Saite der Gitarre produziert nicht nur den Ton E, sondern immer noch weitere so genannte "Obertöne". Obertöne haben ein Mehrfaches der Frequenz des jeweiligen Grundtons. Das Spektrum der Obertöne bestimmt den charakteristischen Klang eines Instruments. Ein "Ton" klingt umso voller und wärmer, je mehr Obertöne ihn begleiten. Bei einer Geige sind es mehr und stärkere Obertöne als bei einer Flöte. Daher klingt der auf einer Geige gespielte Ton voller und wärmer als derselbe Ton von einer Flöte.

Klassik           
Der Begriff "Klassik" stammt aus dem Lateinischen (classicus) und bedeutet "erstrangig", "mustergültig". Gemeint ist damit in der Klassischen Musik eine Epoche von 1750 bis 1820. Die politisch und gesellschaftliche Strömung der Aufklärung mit ihren Idealen: Klarheit, Einfachheit und Allgemeinverständlichkeit führten auch in der Musik zu einer neunen Definition. Der Pomp und die Umständlichkeiten barocker Werke wurden durch verstehbare und gefühlvolle Kompositionen ersetzt. Diese Entwicklung setzte bereits in der sogenannten Vorklassik von 1750 bis 1770 ein und legte damit den Grundstein für die Hochklassik (auch Wiener Klassik genannt). Diese steht unter dem Einfluß der Werke Haydns, Mozart und Beethovens.
In der Oper ging der Wechsel langsamer vor sich als in der Instrumentalmusik. Erst Ende der Achtiger Jahre des 18. Jahrhunderts lösten das musikalische Drama sowie das Singspiel die barocke Opera seria mit ihren griechisch-mytholgischen Themen ab. Unter anderem mit den späten Werken Mozarts und Willibald Glucks.

Klingeln
Das Klingeln steht für die hohen Frequenzen (mehr Obertöne) die in einer gesunden Stimme, durch eine natürliche Gesangstechnik mitschwingen. (Begriff aus der ital.-schwed. Schule). (22)

Knötchen
Bei mehr oder weniger ständiger Überforderung der Stimme können sich sogenannte Knötchen an den Stimmlippen bilden. Ob sie ab einem gewissen Verhärtungsgrad, wie heute fast üblich, operativ entfernt werden müssen, wage ich zu bezweifeln. Meiner Meinung nach wird heutzutage viel zu schnell „zum Messer“ gegriffen. Mehr Geduld und gezieltes, sensibles Üben versprechen meiner Meinung nach mehr.

Koloratur
Gesangsverzierung, vorwiegend bei Sopranpartien, die große stimmliche Virtuosität erfordern, angewendet, mit Trillern, Sprüngen und Akkordbrechungen sowie schnellen Läufen.

Kondition
Wenn du auf die Bühne gehst wirst du zwischen 30 Minuten und 2 Stunden zu singen und evtl zu tanzen haben. Du mußt also stimmlich und auch physisch fit sein. Die Stimme sollte auf Ausdauer trainiert sein (z.B. siehe Cuperto Übung) und dein Körper durch Joggen, Fitness oder weitere Ausdauersportarten trainiert sein. Sport ist auch immer gut für eine entspannte Muskulatur und für die Atemtechnik.

Konsonanten
Sie entstehen durch Verengungen im Ansatzrohr oder im Mund (durch Zunge, Gaumen, Kiefer) und haben eine Unterbrechung des Tonstroms bzw. des offenen Vokalklangs zur Folge. Die Schallwellen werden unterbrochen und es entstehen „Geräusche“ oder „Klinger“.

Kopfstimme
Unser Stimmumfang wird unterteilt in Brust- und Kopfstimme. Den größten Resonanzraum des Körpers stellt der Brustkasten dar. In diesem resonieren eine ganze Reihe von Tönen, die wir deshalb Brusttöne nennen. Die Gesamtheit der Brusttöne bilden das Brustregister, oder geläufiger: die Bruststimme. Als mit der Kopfstimme bzw. Falsett gesungen bezeichnet man die Töne, die in den Resonanzräumen des Kopfes (Mund-, Nasen-Rachen- und Stirnbeinhöhle) resonieren. Man spürt beim Singen die Vibrationen im Kopf sowohl auch Brustkorb wenn man sein Hand flach auf die Brust und auf den Kopf legt.

Kopfstimme    = Resonanzräume des Kopfes
Bruststimme   = Resonanz im Brustbereich

Beide Schwingungsarten (Register) können im Grenzbereich (im sogen. Übergang) nebeneinander auftreten. Diese nennt man amphotere Töne.


L

Lampenfieber
Solltest du Lampenfieber haben empfehle ich meist den sogenannten Feueratem (Hechelübung aber mit Nasenatmung) und danach eine Kurze Meditations und/oder Konzentrationsübung. Lasse los und versuche dich total wohl zu fühlen in deiner „Rolle“. Versuche zu verstehen das du dass schon immer wolltes und die Bühne ein tolles Spielfeld ist um sich auszuprobieren. Absolviere dann noch ein kurzes Warmup: z.B. lange Vokale singen (entspannt die Stimmbänder), Lockerungsübungen (bla, bla) und mache dich innerlich weit (Gähnstellung). Wenn du auf der Bühne bist, werden die Menschen in froher Erwartung sein, denn schließlich sind sie extra wegen einem unterhaltsamen Abend aus dem Haus gegangen. Also stelle Leichtigkeit, Liebe und Natürlichkeit in den Vordergrund.

Lautbildung
Die Atemmuskulatur presst zunächst die Luft in den Kehlkopf, wo sie durch feinste Muskelspannungen zum Tönen gebracht wird. Die eigentliche Lautbildung entsteht aber erst auf dem weiteren Wege vom Kehlkopf bis zu den Lippen, indem der Atem durch die beteiligten Muskeln (vor allem Gaumen-, Rachenraum, Zunge und Lippen) in spezielle, für jeden Laut anders gestaltete Strömungsform geleitet wird. Diese Formen werden durch die Koordination von über 100 Muskeln blitzschnell hergestellt. Hat die gestaltete Sprechluft die Lippen überschritten, so prägt sie unsichtbar eine für den jeweiligen Laut charakteristische Strömungsgestalt in die Außenluft. Man kann diese „Luftlautformen“ mithilfe verschiedener Methoden sichtbar machen, wie es als erste Johanna Zinke getan hat („Lautformen sichtbar gemacht“).
Alle lufthaltigen Räume (Brustkorb, Mund-, Nasen-, Rachenräume) - verstärken und filtern den Ton. Durch die Nutzung dieser Räume erhält die Stimme ihren persönlichen Klang und ihre Fülle, das sog. Timbre. Dieses ist zusätzlich abhängig von den individuellen anatomischen Gegebenheiten einer Person. Nicht nur das Ansatzrohr dient als sog. Resonator, sondern auch die umliegende Muskulatur und Knochen werden in Schwingungen versetzt. Dabei wirkt der Körper wie ein Verstärker. Je besser ein Ton verstärkt wird, desto lauter und fülliger hört er sich an. Dabei wird eine gute Schwingungsfähigkeit des Körpers durch eine lockere Muskelspannung erzielt.

Lautstärke
Die Lautstärke eines Tones wird durch die Erhöhung des anblasenden Ausatemstroms und durch die Verstärkung der Muskelspannung in den Stimmlippen erhöht. Ein leiser Ton wird bei nachlassender Spannung und geringerem Luftdruck produziert.
Die Erzeugung eines leisen Tones ist nicht gleichzusetzen mit dem Flüstern, da beim Flüstern kein Ton erzeugt wird, sondern ein Geräusch. Zudem verursacht das Flüstern Spannungen im Stimmapperat die auf Dauer nicht günstig sind und es sollte nicht über einen längeren Zeitraum angewandt werden.

Lunge
Die Lunge besitzt keinen aktiven Einatmungs- und Atmungsmechanismus - sie "wird beatmet". Sie verhält sich bei der Atmung wie ein Schwamm in einer geschlossenen Hand. Erst, wenn die sie umgebende Muskulatur (Zwischenrippenmuskulatur und Zwerchfell) es zuläßt, kann sie Luft aufnehmen und abgeben. Ein gesunder Erwachsener kann mit einem Atemzug 3,3 bis 4,9 Liter Luft einatmen (dieses Volumen nennt man auch Vitalkapazität), aber in Ruhe werden nur etwa fünf Prozent dieses Volumens gebraucht. Die Lunge scheidet auch Wasser in Form von Wasserdampf aus und speichert Glykogen, ein zusammengesetztes Kohlenhydrat. Je gösser der Brustraum desto mehr Unterdruck desto mehr Luft geht hinein.

Lippen
Die Lippen sind die letzte Station des Tones, bevor er den Körper verlässt. Sie geben dem Ton seinen Rahmen. Um Form in einen Ton zu geben, kann man die Lippen einsetzen. Die Vorstellung, die Luft beim Singen nicht abzugeben, sondern einzusaugen, zu trinken, hilft, den Ton an den Lippen zu halten und ökonomisch mit der Luft umzugehen.

Lockerheit der Muskulatur
Um einen Ton zu produzieren, ist die für das Singen wichtige Muskulatur gespannt aber nicht angespannt. Der Ton fließt durch den ganzem Körper.

Lyrische oder dramatische Stimme
Die Verschlussdauer einer lyrischen Stimme ist wesentlich geringer als die einer dramatischen Stimme. Ist für „klassische“ Sänger entscheidend, ob sie im dramatischen oder lyrischen Fach singen können. Mittels Glottogramm und eines Computerfeedbacks (Programm "VoceVista") kann man das  überprüfen.


M

Mandeln
Die Mandeln sollten in den seltensten Fällen, bis gar nicht, entfernt werden. Häufige Entzündungen sind Anzeigen das im seelischen Leben oder in der Umgebung etwas nicht stimmt oder nicht gestimmt hat.  Aufmerksam sein und herausfinden ob man sich in seiner Meinung oder in seinem Wesen unterdrückt fühlt, so dass man sich nicht richtig und frei formulieren kann z.B.. In der GERMANISCHEN NEUEN MEDIZIN ® wird gesagt, dass man einen Konflikt, eine Sache im übertragenen Sinne „nicht ausspeien“ kann. Im Übrigen ist die Entzündungsphase und /oder die Eitrige Phase schon wieder die Heilungsphase. Wir haben es andersherum gelernt, ich weiß!

Maske
„In die Maske singen“ heißt, den Ton über die Vorstellung in die Stirn-Resonanzräume bringen. Auch die Wangenknochen können zusätzlich gemeint sein. Ziel ist es, den Ton energetisch nach außen zu bringen, ihn „an das Publikum“ zu senden. Den Mut haben, mit seinem Anliegen, mehr aus sich heraus zu gehen.

Mantra
Das Wort Mantra kommt aus dem Sanskrit (alt indogermanisch) und bedeutet soviel wie "Instrument oder Werkzeug des Geistes" (instrumentum, lat. = Werkzeug) oder auch "Rettung für das Bewußtsein". Ein Mantra oder Mantram ist eine sonore (klangvolle) Formel, die nach okkult-geistigen Einsichten geformt ist und gesungen, gesprochen sowie mental benutzt wird. Durch das Singen und Anwenden von Mantras werden Schwingungen erzeugt, die direkt Einfluß nehmen auf unseren Energiekörper und auf die endokrinen Drüsen, die im physischen Körper für alle biochemischen Steuerungsproßesse verantwortlich sind. Mantras sind Träger von erhebenden schönen Energien und heiligen Lauten und erzeugen bestimmten Wirkungen auf allen Ebenen des Seins.

Peryt Shou schreibt über Mantras: Der Zweck des Mantams ist es, das Ich aus seiner Abhängigkeit von der materiellen Welt, aus seinem Bewußtsein von Schwäche und Krankheit, Tod, Sünde, Hinfälligkeit wieder in den Bewußtseinszustand der Einheit (Verbundenheit, Eins mit der Welt) mit dem „schöpferischen Wort“, in den Zustand von Kraft, Geschlossenheit, Unabhängigkeit, Überwindung von Tod und Leid zurückzuversetzen. Und weiter  in „Das Mantram und die Vokalatmung. Praktische Mantramistik“: Das Wort Mantram entstammt dem Indischen und bedeutet „Spruch Formel“ vom Stamm mantr = sprechen. Mantrams sind Sprüche, bestimmt für die häufige Erwägung und Versenkung. Im Mantram aber offenbart sich zugleich die wahre Urkraft alles Seins, das „Wort“ (der Logos), nach seinem inneren weltschöpferischen Sinn.

Meditation
Die Meditation ist Versenkung in die ganzheitliche Vollkommenheit des Seins. Sie führt als Mittel der Erkenntnis nach innen, ebenso wie nach außen. Durch die Meditation erfährt man eine Steigerung der Wahrnehmung und eine umfassendere Entspannung. Meditation ist Ausrichtung auf höhere Kräfte (z.B. Runenübungen, Merkaba, Raja-Yoga) ist Bitten, ist Hingabe an die Schöpfung. Wir machen uns bereit zur Aufnahme von feineren Energien und nehmen Kontakt zu den höheren Sphären unseres Selbst auf. Durch Meditation werde ich der tiefen inneren Zusammenhänge der Welt bewußt. Man erhält nach und nach Antworten auf seine Fragen. Ein gelungenes Beispiel gibt der Philosoph Graf Hermann von Keyserling ab, dessen phantastischen Bücher mir viele Welten geöffnet haben.
Die wahre und echte Mediation erweitert das Bewußtsein, erhöht das ganze menschliche Wesen. Aus solcher Meditation quilt Kraft zum Leben. Wer meditiert, dringt in das Bewußtsein anderer Wesen ein und lebt in Liebe und Verständnis mit ihnen. Die Mediation die durch die drei Stufen Gleichmut, Abgeschiedenheit und Fülle hindurchgeht, setzt vorraus, dass man sich zu konzentrieren versteht.
In der Meditation existieren ganz unterschiedliche Ausführungspraktiken. Kurz umfasst reichen sie von der stillen Versenkung über das praktizieren von Lauten, Vokalen sowie Worten über Autosuggestionsübungen bis zu Konzentrationsübungen und unterschiedlichsten Atempraxen (Pranayama, Feueratem, Re-Birthing etc.). Es werden weiterhin unterschiedlichste Körper-Stellungen (ind. Asanas) eingenommen. Meditation kann und sollte aber auch im “ganz normalen” Leben stattfinden (Treffen mit Freunden, bei der Arbeit etc.), da eben auch dort immerwieder ein tieferer Sinnzusammenhang erkennbar sein kann und uns zu mehr Lebensqualität, Liebe, Vertrauen und Lebensfreude verhilft. Regelmäßige stille Meditation ist ein sehr geeignetes Mittel um eine gesunde Bauchatmung zu fördern.

Krishnamurti schreibt über Meditation: ...wahlloses Gewahrwerden - in jedem Augenblick und in jeder Lebenslage - ist die einzig wirksame Meditation. (...) Die Meditation ist die einfachste Form der Beobachtung, reiner, unverfälschter Beobachtung. Der Geist kann nur dann beobachten, wenn er ganz still ist. Um so beobachten zu können, müssen Geist, Körper, der ganze Organismus und das psychologische Gefüge vollkommen still - nicht beherrscht - sein. Sobald Sie sich beherrschen, stellt sich Widerspruch ein.

Messa di voce
An- und Abschwellen der Stimme als wesentliches Gestaltungsmittel des Belcanto.

MIDI
Abkürzung für Musical Instrument Digital Interface. Einheitliche Norm, die den Austausch von Daten verschiedener MIDI-Geräte und Programme ermöglicht.
MIDI In:           Mit diesem Anschluß empfängt das Gerät alle über MIDI eintreffenden Daten.
MIDI Out:         Mit diesem Anschluß sendet das Gerät alle erzeugten MIDI-Daten.

Mikrofon
Die Wahl sollte immer auf ein gutes Mikrofon fallen, da es ja die Schallwellen unserer Stimme bestmöglich übertragen soll. Nach meinen Erfahrungen bietet Bayerdynamic, Shure und Sennheiser gute Mikrofone für Live-Auftritte an. Im Studio habe ich gute Erfahrungen mit Neumann M149, U87 und Audio-Technica gemacht.

Mimik
Ist zum einen Ausdrucksmittel, das bei der Interpretation von Songs eingesetzt werden sollte, zum anderen wirkt sich Mimik durch die dabei bewegten Gesichtsmuskeln auch auf die Qualität und Charakter eines Tones aus.

Modulation
Tonartwechsel, Übergang von einer Tonart in eine andere.

Moll
Moll und Dur sind Tongeschlechter, die mit einem Grundton, die Tonart des Musikstückes festlegen, (z.B. a-Moll). Molltonarten haben eine weiche, melancholische Grundstimmung. Durtonarten eine klare, strahlende Grundstimmung.

Mundraum
Er ist der wichtigste, weil beweglichste Resonanzraum. Hier werden die Töne artikuliert.


N

Nase
„Der Ton darf nicht in der Nase sein, aber die Nase muss im Ton sein!“ Mit diesem Satz ist der Unterschied zwischen guter und falscher Nasalität bestens beschrieben. Ein gewisser nasaler Beiklang gilt als ästhetisch und erhöht die Tragfähigkeit der Stimme. Die Nase mit ihren Nebenhöhlen bietet dem Ton einen großen Resonanzraum.

Notenlesen
um proffessionell, vor allem im klassischen Bereich, zu arbeiten ist notwendig. Es entscheidet aber nicht ob oder wie eine Stimme klingt oder wie gut eine Stimme Ausgebildet ist. Für Sänger die im Popbereich arbeiten ist es nicht unbedingt notwendig.


O

Obertöne
Obertöne haben ein Mehrfaches der Frequenz des jeweiligen Grundtons. Das Spektrum, die Anzahl und die Zusammensetzung der Obertöne bestimmen den charakteristischen Klang eines Instruments. Ein "Ton" klingt umso voller und wärmer, je mehr Obertöne ihn begleiten. Bei einer Geige sind es mehr und stärkere Obertöne als bei einer Flöte. Daher klingt der auf einer Geige gespielte Ton voller und wärmer als derselbe Ton von einer Flöte.
Der Franzose Mersenne war im 18. Jahrhundert durch akustische Versuche ein Mitentdecker der Obertöne.

Ohrenklingeln
Siehe Tinnitus.


P

Parlando
Flüssig vorgetragener Gesang, der die alltägliche Sprechweise imitiert.

Passaggio
Passaggio ist das Wort der italienischen Schule für „Übergang“, „Registerübergang“ oder „Bruch“. Sowohl bei Männern und bei Frauen befindet sich das Passaggio – relativ zum jeweiligen Stimmumfang gesehen – im selben Bereich, nämlich zwischen C und F. Beide sprechen in einer Tonhöhe unterhalbdieser Lage, also im Bereich des Brustregisters.

Es handelt sich dabei um ein akkustisches Phänomen, das ungefähr zwischen B und Fis im Bereich der Kopfstimme in Erscheinung tritt. Alan Lindquest beschreibt den ganzen Bereich der Kopfstimme mit diesem Begriff. Wenn die Kehle geöffnet und frei ist, findet mit jedem Halbtonschritt eine kleine akustische Veränderung statt. Einige nennen das „Vokalveränderung“. Je weniger der Sänger die Vokalveränderung mit drastischen Muskeleinstellungen vornimmt, destobesser die Klangqualität. Die mentale Vorbereitung der Vokalveränderung allein wird diese ermöglichen. Eine der Hauptursachen für ein festes, verspanntes Singen ist ein über-artikulieren des Textes unter Verwendung von Mund- anstatt von Kehl-Vokalen oder auch mit geöffneter Kehle artikulierten Vokalen. Exzellente Diktion ist abhängig vom akustischen Ergebnis der richtigen Vokalveränderung; nicht von einer Aktivität der Kehlmuskulatur. Wenn wir uns als Blasinstrumente betrachten, dann müssen wir uns die Frage stellen: „Verändert sich der Schalltrichter des Horns für jeden Ton oder jede Färbung oder jeden Registerwechsel?“. Hier wird mir jeder zustimmen, dass die Antwort „Nein!“ lauten muss.
Ein weiterer Aspekt in der Ausbildung des Passaggio ist das Zurückhalten des Atemdrucks mit Brustbein (Sternum), Zwischenrippenmuskeln (Intercostalmuskulatur) und unterer Rückenmuskulatur (Lumbarmuskulatur), während ein kleiner, gleichmäßiger Atemstrom durch den Kehlkopf strömt, um die Resonanz zu ermöglichen. Drückt ein Sänger zu viel Atem nach oben, wird der Kehlkopf allmählich hochsteigen und den primären Resonanzraum (der Kehlraum; Pharynx) verengen. Das wichtigste Ergebnis einer richtigen Ausbildung des Passaggio ist die Vergrößerung der Stimme und stimmliche Freiheit.

Primadonna
Weibliche Hauptrolle in der Oper des 17. bis 19. Jahrhunderts - zumeist für Sopranpartien vorgesehen. Im allgemeinen Sprachgebrauch auch abwertende Charakterisierung für launische und schwierige Künstlerpersönlichkeiten.

Psyche
Die psychische Verfassung eines Sängers beeinflußt seinen Gesang. Durch Aneignung und Verinnerlichung technischer Fähigkeiten und hilfreicher Spannungs- und Entspannungsübungen ist der Sänger beim Singen in der Lage, ungünstige Stimmungen zu kompensieren.

Pfeifregister oder „Cuperto“
Der Begriff „Cuperto“ beschreibt in der alten italienischen Schule „Singen durch eine kleine Mundöffnung mit großer Kehlöffnung“. Was ist das Resultat? Eine Mischung der Register und die Ausbildung der Randkanten der Stimmbänder von der hohen bis zur tiefen Lage. Als Dr. Van Lawrence (Laryngologe an der Houston Grand Opera) das erste mal die Cuperto-Funktion durch ein fiberoptisches Laryngoskop sah, meinte er es sähe aus, als ob die Stimmbänder eine „Massage“ bekämen. Während ihrer Graduierten-Forschung an der Universität von Nord Texas, entdeckte Dr. Barbara Mathis von der Lamar Universität, dass das Singen der Cuperto-Übung die Randkante der Stimmbänder stärkt. Das Cuperto ermöglicht das Singen in einer Schutzfunktion, ohne direkten Druck auf den Stimmbändern. Außerdem bringt es alle Vokale in die gleiche Kehlöffnung („Vokalausgleich“). David L. Jones bezeichnet das „Cuperto“ „als das Erreichen des Kopfstimmenregisters mit großer stimmlicher Freiheit“.


R

Rachenraum
Die hintere Erweiterung des Mundraumes reicht vom weichen Gaumen bis hinab zum Kehlkopf. Wichtiger Resonanzraum, der besonders bei hohen Tönen weitgestellt werden sollte.

Resonanz
Jeder Schall breitet sich geradlinig und wie in einer Kugel aus, deren Wände sich ständig mit der Ausbreitung des Schalls zunehmend vom Zentrum entfernen. Das einzelne Luftteilchen wird vom Schwingungserzeuger (z.B. Stimmlippen) aus seiner Bahn gebracht, es wird angestoßen, pendelt um seine Null-Lage und versetzt seine Nachbarteilchen in entspechende Erregung. (Physikalische Definition)

Resonanzräume
Resonanzräume sind den Schall verstärkende Räume, ohne die sich der Klang nicht genügend in Schallwellen in die Umgebung fortpflanzen könnte. Der Resonanzraum oberhalb und unterhalb der Stimmlippen gibt die Gewähr für eine optimale Resonanz. Resonator ist der Raum vom Brustkorb/Lunge (für tiefe Töne) über das Ansatzrohr zur Mund-, Nasenhöhle und Stirnhöhle. Je kleiner die Resonanzräume sind, desto effektiver unterstützen sie die hohen Töne. Je schwingungsfähiger der jeweilige Resonanzraum ist, desto besser kann er den Ton verstärken und bereichern. Die Veränderung des Resonanzraumes geschieht durch die Mundöffung, die Zunge und das Gaumensegel. Der Tonstrom breitet sich srahlenförmig aus. Der Ton klingt in den Räumen, die ihm zur Verfügung gestellt werden.

Register
Die für die unterschiedlichen Resonanzbereiche charakteristische Färbung der Stimme. Die wichtigsten Bestandteile des Timbres einer Stimme sind Kopf- und Brustregister. Dazu kommen in de den hohen Lagen noch das Falsett (bei Männern) und das Pfeifregister (bei hohen Sopranen). Bei der klassischen Gesangsausbildung wird der Erwerb der stimmlichen Fähigkeit angestrebt, einen mühelosen Übergang von einem zum anderen Register vollziehen zu können und alle Register in einer ausgewogenen Mischung anzubieten.

Rolfing
Viele Menschen leiden bewußt oder unbewußt an Verspannungen oder Fehlhaltungen. Rolfing ist eine manuelle Behandlung der Bindegewebsstrukturen des Körpers unter Einbeziehung des Phänomens menschlicher Bewegung. Die Bezeichnung "Rolfing" geht auf die Begründerin, Dr. Ida Rolf (USA), zurück. Rolfing ist die Suche nach adäquater Körperform in Beziehung zur Schwerkraft. Diese Suche wird bei jedem Menschen in eine ganz individuelle Richtung gehen, orientiert sich aber zugleich an den objektiven Gegebenheiten der Physik und der Anatomie. Die Rolfing-Behandlung führt zu einem Körpergefühl von Vitalität und Leichtigkeit. Menschen, die "gerolft" wurden, stehen aufrechter und mit weniger Spannung, atmen tiefer und leichter und bewegen sich geschmeidiger. Ihre größere Bewegungsfreiheit erlaubt auch ein größeres Spektrum des Selbstausdruckes. Ziel des Rolfing ist es, in der Grundsequenz von zehn Rolfingbehandlungen, den Körperbau neu zu strukturieren und effektive Bewegungsmuster zu lehren um damit eine mühelose Aufrichtung zu ermöglichen.

Übung für eine bessere Haltung:
Stelle dir vor, dein Brustkorb sei ein Gasballon, dessen Mittelpunkt sich in der Mitte zwischen Sonnengeflecht und den Wirbeln, die auf dieser Höhe liegen befinden. An diesem Ballon ist das Becken als Ballonkorb flexibel aufgehängt. Jetzt stelle dir im Gehen oder Stehen vor, dass der Ballon von seinem Mittelpunkt her aufwärts schwebt, während der Ballonkorb, das Becken also, frei unter dem Ballon schwingt. Stelle dir weiterhin beim Gehen vor das die Beine sich nicht von den Hüftgelenken her bewegt, sondern von dem in der vorhergehenden Übung beschiebenen Ballonmittelpunkt. (Buchtipp: „Rolfing“ Hans Georg Brecklinghaus)


S

Schall
Schall ist physikalisch gesehen eine Welle, die durch ein Medium läuft. Dieses Medium ist für uns meist die Luft, aber auch unter Wasser und durch Gegenstände kann sich Schall ausbreiten. Jede Art von Schall wird durch einen schwingenden Körper erzeugt. Eine Gitarre etwa wird durch das Anschlagen der Saite in Schwingung versetzt. Sie versetzt die Luft wiederum in Schwingung - eine Welle entsteht, die an unser Ohr dringt. Diese Welle trifft auf unser Trommelfell und wird in ein Signal umgewandelt, das an unser Gehirn weitergeleitet wird - wir hören etwas!

Singen
Gesang wird manchmal als gehaltene Sprache bezeichnet. Beim Singen werden Vokale, Wörter und Klänge länger ausgehalten als beim Sprechen.

Spannung und Entspannung beim Singen
Das Verhältnis von Spannung und Entspannung bezieht sich nur auf diejenigen Spannungen, die wir wirklich empfinden können und sollen. Es handelt sich eigentlich zunächst nur um eine Einstellung die dem Sänger bewußt werden muss. Hat man sie verinnerlicht, so fallen Muskelempfindungen, die anfangs die Aufmerksamkeit brauchten, ins Unbewußte zurück. Gerade die am intensivsten arbeitenden Muskelgebiete müssen zunächst durch die Vorstellung der Entspannung gegen jeden unbefugten Eingriff geschützt werden, bis die Funktionen automatisch richtig sind und dann diese Vorstellungen von anderen Vorstellungsformen gleichen und höheren Zweckes abgelöst werden können.
Je mehr die Muskulatur lernt, alle Tätigkeit auf der Grundlage der Lockerheit zu verrichten, nach jeder Energie sofort wieder in Relaxie zurückzustreben und niemals unnütz gespannt zu bleiben, desto mehr werden die einzelnen feinen Muskelgruppen ein harmonisches Spiel und Gegenspiel ihrer Kräfte sich auswägen, desto mehr wird jeder Faulheit und Schwerfälligkeit der Funktion vorgebeugt, die nichts weiter sind als eine gewohnheitsmäßige Folge unnützer Ermüdungen. Im Grunde handelt es sich immer um eine Entspannung der Nervenzentren. Das Charakteristische für den Anfänger ist immer, dass ein Viel-zu-viel an Arbeit, an Aktivität ein Viel-zu-wenig an Erfolg, an Leistung erreicht. (25)

Sprechen
Beim Sprechen kann der Sänger die Resonanzierung des Singens verwenden, allerdings ist nur eine teilweise Nutzung notwendig. Der Einatmungsvorgang ist nicht so profund und die tiefe Entspannung des Kehlkopfes wird nicht so sehr benötigt. Der Kehlkopf beim Sprecher bewegt sich stärker, während das Nachatmen in kürzeren Abständen erfolgt. Der elementare Impuls beim Sprechen erfolgt von der Bauchmuskulatur aus: sie gibt ihn in Richtung Körpermitte. In der Rufstimme (hallo!) nähert sich das Sprechen dann wieder dem Singen. Ihre Stimme wird Ihnen dankbar sein, wenn Sie laut, leise, hoch und tief sprechen. Alles andere ist eine einseitige Belastung und führt zur Stimmattheit. Reden Sie niemals ohne Ton, um Ihre Stimme zu schonen. Sie erreichen dadurch genau das Gegenteil. Die Stimmlippen müssen mit Kraft offen gehalten werden und werden damit mehr belastet als beim stimmhaften Sprechen. Versuchen Sie eine gewisse Melodie in Ihren Vortrag zu bekommen, und schon werden Ihnen die genannten Punkte leichter fallen.

Sprechvorgang
Das Sprechen ist ein sehr komplexer Vorgang, der aus drei Teilbereichen besteht:

Stimmgebung    = Phonation
Lautbildung       = Artikulation
Atmung             = Respiration

Diese drei Vorgänge laufen parallel ab. Dabei sind Muskelgruppen des ganzen Körpers beteiligt. Die zentrale Steuerung und Koordination dieser Vorgänge übernimmt das Gehirn.

Staccato
Die Töne müssen deutlich voneinander getrennt vorgetragen werden.

Stil
Der Begriff Stil (lat. stilus = Griffel = Schreibweise) bezog sich in der Vergangenheit eher auf das geschriebene Wort und wurde dann u.a. auf die Musik übertragen. Eine künstlerische Auffassung wird durch die Auswahl bestimmter Formelemente und ihre Verbindung zum Song zu einer Einheit und verfügt dann über eine Charakteristik, die sich einem bestimmten Stil zuschreiben lässt.

Stimmbruch
Der Stimmbruch setzt bei Jungen im Alter von 11 bis 16 Jahren und bei Mädchen im Alter von 9 bis 12 Jahren ein. Überforderungen und zu intensiver Gesangsunterricht, sind in der Zeit des Stimmbruchs zu vermeiden, da ansonsten Schäden im Stimmapparat entstehen können. Allerdings ist es von großem Wert, wenn man in dieser Zeit nicht ganz mit dem Singen aufhört, sondern seiner Stimme vorsichtig und doch gezielt weiter schult. In dieser Zeit soll man behutsam weitersingen, d.h. regelmäßig mindestens alle zwei Wochen und vom Lehrer Übungen erhalten, die seiner Stimme im jeweiligen Stadium gut tun, selbst wenn sie nur einen Umfang von zwei bis drei Tönen in der Mittelage hat und nur ein bestimmter Vokal erlaubt ist (meist kein offener wie „a“). Die Zeit des Stimmbruch kann zwischen drei Monaten und vier Jahren dauern.

Stimmbänder
Siehe Stimmlippen.

Stimmentwicklung
Sind im Kindesalter die Stimmen von Mädchen und Jungen noch ähnlich, zeigen sich mit der Pubertät deutliche, teilweise krächzende Unterschiede. Die Stimme von Jungs sinkt um ca. eine ganze Oktave, die von Mädchen nur um ca. 3 Ganztöne. Der Grund hierfür liegt in den länger werdenden Stimmbändern. Auch die Masse nimmt zu. Diese Veränderungen sind bei Jungs viel stärker als bei Mädchen. Fazit: je länger und "dicker" die Stimmbänder, desto tiefer die Stimme. Je kürzer die Stimmbänder, desto schneller können sie schwingen und somit auch höhere Töne erzeugen.
Richtig "fertig" ist die Stimme aber auch noch nicht nach Ende dieser "Stimm-Mutation". Es gibt Gesangslehrer, die viele Übungen nur mit ihren Schülern angehen, wenn diese ihre körperliche Entwicklung abgeschlossen haben. Bei Jungen ist das etwa im Alter von 18 bis 20 der Fall, bei Mädchen etwa zwei Jahre früher (16-18 Jahre).

Stimme und Ursprung
Die Körperpartien, die wesentlichen Einfluss auf deine Stimme und deine gesanglichen Fähigkeiten haben, sind

    * das Zwerchfell
    * die Lunge
    * der Kehlkopf
    * die Stimmbänder / Stimmlippen und
    * der Rachen-, Mund- und Nasenraum.

Der Ursprung der Stimme sind die Stimmbänder. Durch sie können wir die Luft, die zwischen ihnen hindurchströmt zum Schwingen bringen. Ungefähr genau so wie eine Gitarrensaite. Die Lunge dafür zuständig, die notwendige Luft zu liefern. Sie ist aber auch ein Resonanzkörper für unsere Stimme. Mund-, Nasen- und Rachenraum sind weitere Resonanzräume. Durch die ganz individuelle Form von diesen Resonanzräumen und die Länge/Größe der Stimmlippen entsteht deine individuelle, einzigartige Stimme.

Stimme und Körper
Der Stimmklang wird durch die Funktion des gesamten Organismus beeinflusst. Dabei spielen der Bewegungs- und Haltungsapparat eine besondere Rolle. So kann sich eine Fehlhaltung des Körpers auf die Atmung auswirken, die wiederum Einfluss auf die Stimmgebung hat. Zudem kann eine unausgewogene Körperspannung negativen Einfluss auf die Kehlkopfmuskulatur haben. Denn diese und die äußeren Halsmuskeln, die beide an der Einstellung des Kehlkopfes beteiligt sind, hängen mit der restlichen Körpermuskulatur eng zusammen.

Stimme und Persönlichkeit
Die Stimme wird zudem durch die Persönlichkeit beeinflusst. So ist es möglich, dass eine besonders extrovertierte Person ihre Stimme lauter und härter einsetzt. Dagegen wird eine eher introvertierte Person die Stimme meist leise und verhalten nutzen.

Stimme und Situation
Ferner können sich Gemütszustände wie Traurigkeit, Stress oder Unzufriedenheit in der Stimme widerspiegeln. Die Stimme reagiert sehr empfindlich auf psychisch belastende Situationen. Aber auch Erkrankungen, die den Körper schwächen, können sich auf den Stimmklang auswirken. Ein klassisches Beispiel dafür, dass die Stimme unsere Stimmung widerspiegelt, ist das Telefongespräch mit einem guten Freund. Oft erkennt man schon beim ersten „Hallo“, wie es dem Anrufer geht, ohne ihm direkt gegenüber zu stehen.

Stimmlagen/Stimmtyp
Tonhöhenumfang einer Stimme. Es ist sinnvoll herauszufinden was für ein Stimmtyp du bist. Dadurch lässt sich ungefähr sagen, in welcher Tonlage deine Stärken liegen.

Sopran (supremus = höchster) früher auch Diskant. Hohe weibliche Stimmlage von c bis c2. Die besten Sopranistinnen erreichen Spitzentöne bis f2. Man differenziert Koloratursopran, dramatischen Sopran und lyrischen Sopran - je nach Kraft, Stärke, Virtuosität, Stimmakrobatik und Stimmfärbung.
Mezzosopran (mezzo, ital. = mittel) Mittlere Stimmlage für Frauen. a – a1. Man differenziert Koloratur-Mezzosopran, dramatischen Mezzosopran und lyrischen Mezzosopran - je nach Kraft, Stärke, Virtuosität, Stimmakrobatik und Stimmfärbung.
Alt (altus = hoch) Ursprünglich hohe Stimme über dem melodieführenden Tenor. Knaben- und tiefe Frauenstimmen. Stimmlage zwischen Tenor und Sopran von f – f2. Contraalto  = Tiefste Altstimme.
Tenor (tenere = halten) Früher führende Stimme, cantus firmus. Hohe Männerstimmen.
H – h1. Nicht alle erreichen das sogenannte hohe C. Man unterscheidet den sogenannten lyrischen Tenor mit einer besonders zarten und geschmeidigen Stimme mit klarer Höhe und den tieferen, dafür kräftigeren Heldentenor. Contratenor = Tiefste Tenorstimme. Countertenor  = Männliche Altstimme.
Bariton (baritono, ital. = tieftönend) Mittlere Stimmlage für Männer. G - g1
Baß (bassus = tief) Tiefste Männerstimmlage. E - e1. Einige erreichen sogar das tiefe C.

Die Bezeichnung der 4 Stimmlagen Sopran, Alt, Tenor und Baß stammen aus dem Lateinischen und bezogen sich zunächst auf die Vokalmusik, später übertrug man sie sinngemäß auch auf das Instrumentalspiel. Zum Kennzeichen der mittleren Stimmlagen kamen später die Begriffe Mezzosopran für Frauen und Bariton für Männer hinzu.

1. Schritt: dein Eigenton
Zähle ein paar mal langsam auf drei. Also aaaaaainz, zwaaaaai, draaaaaai. Deine Stimme wird sich nach einigen Malen auf einen Ton einpendeln. Das ist dein Bezugston oder Eigenton, d.h. der Ton den du täglich zum Sprechen benutzt und der dir am leichtesten über die Lippen kommt. Innerhalb des Stimmumfanges liegt er meist im unteren bzw. "tieferen" Drittel.

2. Schritt: dein Stimmumfang
Zur Erfassung deines Stimmumfanges gibt es ein einfaches Übungsliedchen, das auch viele Gesangslehrer hierzu einsetzen. Alle meine Entchen! Da jeder diese Melodie kennt, ist sie auch für jeden geeignet. Besonders für die, die mit Tonleitern und ähnlichem wenig anfangen können. Aber genau darum handelt es sich bei den ersten fünf Tönen der Silben „A -lle - mei -ne Ent- chen“. Singe einmal so tief wie du kannst, ohne dass es sich dabei unangenehm anfühlt oder anstrengend ist. Suche diesen Ton auf einem Instrument. Das ist der unterste Ton deines Stimmumfanges deiner Singstimme.

  1. Beginne nun mit diesem Ton die "Entchen-Tonleiter" zu singen.
  2. Bist du beim fünften Ton angekommen, ist dieser der neue Grundton, wenn du die Melodie nun aufs Neue singst.
  3. Hör auf, wenn du die Töne nicht mehr auf Anhieb triffst und dir die Tonbildung nicht mehr leicht fällt. Suche wiederum diesen höchsten Ton auf dem Klavier. Er stellt die "Obergrenze" deines aktuellen Stimmumfanges dar. Wichtig: es muss für dich noch angenehm und leicht sein, diesen Ton zu singen und nicht gepresst oder sogar gebrüllt sein.

Welcher Stimmtyp du bist, kannst du oben entnehmen. Diese Einordnung gibt dir eine erste Orientierung. Ein, zwei Töne können bei guter Atemtechnik und viel Übung sowohl nach unten oder oben noch drin sein. Wenn du deine Stimme nicht auf Dauer schädigen willst, dann fordere keine Dinge von dir, die so gut wie unmöglich sind.

Stimmlippen oder Stimmbänder
Die Stimmlippen werden oft auch als Stimmbänder bezeichnet. Stimmlippen ist jedoch der anschaulichere Begriff, da sie eher wie Lippen aussehen und sich auch so bewegen. Vereinfacht ausgedrückt, bestehen die Stimmlippen aus Muskelgewebe, das mit einer Schleimhaut überzogen ist; dieselbe Art Schleimhaut, die auch die Innenseite der Wange bedeckt.
Die Stimmlippen sind sehr kurz – etwa 1,2 bis 2,5 cm. Bei guter Gesundheit sind sie blass-weiß. Sie sitzen im Kehlkopf und mit Atemluft versetzen wir sie in Schwingungen. Die Tonhöhe ist abhängig von der schwingenden Masse, der Länge und dem Spannungsgrad. Je elastischer die Stimmlippen sind, desto besser lassen sie sich formen. Durch eine Reihe von Muskeln können sie gespannt und in ihrer Spannung verändert werden. Zwischen den beiden Stimmlippen befindet sich ein Spalt, die Stimmritze oder Glottis. Zum Atmen muss die Stimmritze weit geöffnet sein. Beim Flüstern ist sie fast ganz geschlossen. Zum Sprechen und Singen werden die Stimmlippen zusammengeführt (Adduktion). Um verschiedene Tonhöhen hervorzubringen, muss sich ihre Form und Spannung verändern – von dick, schlaff und kurz zu dünn gespannt und lang.

In der Ruhelage ist die Stimmritze ein wenig geöffnet. Sobald ich einen Ton erzeugen will, legen sich die Ränder der Stimmlippen gegeneinander und bilden so einen Verschluss der Glottis. Tonentstehung: Der von unten unter starkem Druck wirkende Luftstrom sprengt den Verschluss der Stimmritze. Nun ziehen ihn die Muskeln von neuem im blitzschnellen Rhythmus zusammen und so weiter. Durch das abwechselnde Schließen und Öffnen der Stimmlippen wird der konstante Luftstrom in eine Reihe einzelner Stöße zerlegt. Von der Anzahl dieser Luftstösse hängt die Tonhöhe ab.  Ein so erzeugter Ton würde aber, wenn ihm nicht andere Mittel zu Hilfe kämen, nur schwach hörbar sein; die Intensität der so erzeugten Schallwellen wäre zu gering, die äußere Luft – die Vermittlerin des Tones von Ohr zu Ohr – wirksam zu erregen. Der Vorgang würde dem einer frei in der Luft gespannten Geigensaite gleichen. Die Angriffsfläche einer solchen ist zu gering, um intensivere Schall-, bzw. Luftwellen zu erzeugen. Weiter siehe Resonanzräume.

Stütze
Durch das Tiefhalten des Zwerchfells (also durch Weithalten von Bauch, Rücken und Flanken), stützt du im wahrsten Sinne des Wortes den Atem – daher wird diese „Technik“ als Atemstütze (ital. Appoggio) bezeichnet. Sänger müssen lernen die Atemstütze bewußt einzusetzen, obwohl sie zum Beispiel beim Husten immer automatisch benutzt wird.

Man könnte die Stütze als Halt, der dem Zusammensinken der Ausatmungsmuskulatur entgegenwirkt und damit den Gesangston "stützt", sehen. Die Muskeln im tieferen Rückenbereich, Becken, Gesäßmuskeln, Bauchmuskeln (Singen gegen einen vorgestellten "Gürtel"), ja der gesamte Unterleib
spielen beim "Halten" des Atems eine große Rolle. Gestützt wird ein Ton durch kontrollierte Luftabgabe mittels des Zwerchfells, das geführt steigt (sich wieder entspannt). Je geübter das Zwerchfell ist, desto kontrollierter kann man die Stimmlippen (im Kehlkopf) gleichförmig mit Luft versorgen. Durch die Atemstütze (Appoggio (ital. Schule) = Hineinlehnen; gut ist auch im engl. die Bezeichnung: Support = Unterstützung) wird der Luftstrom so verdicht und reguliert, dass er den nötigen Innendruck erhält, um als „erregende Kraft“ die Stimmlippen zur gewollten Schwingung (Tonhöhe, Intensität etc.) zu veranlassen und sie einwandfrei zur Funktion zu bringen.

Subglottischer Druck
Der Atemdruck unter dem Kehlkopf.


T

Tantiemen
Zahlungen an Autoren und Komponisten als Beteiligung am Erlös aus Aufführungen oder Vervielfältigungen.

Tinnitus
Ein Tinnitus (lat. = Klingeln) bzw. Ohrenklingeln, kann durch einen Hör-Konflikt oder durch mechanische Ursachen, wie z.B. zu lauten Schall nach Diskobesuchen, verursacht werden. Ein Hör-Konflikt bedeutet, etwas nicht hören zu wollen oder etwas nicht hören zu können. Der vorausgehende Konfliktschock (DHS) ist ein allerschwerstes, unerwartet-hochakut-dramatisches und isolatives Konfliktschockerlebnis das gleichzeitig auf allen drei Ebenen, Psyche-Gehirn-Organ einschlägt. Im Gehirn kann man nach Konfliktschock mittels Gehirn-CT sofort einen sog. Hamerschen Herd (Schießscheiben-Konfiguration) erkennen.
Es gibt verschiedene Arten von Tinnitus. War das Geräusch des akustischen Konfliktschocks (DHS) ein Knall, Krach, Rauschen, Summen oder ein Motorgeräusch, dann hört man eben das. Der Grad der Beeinträchtigung kann sehr unterschiedlich sein.
Medikamentöse Therapien zielen u. a. auf eine Durchblutungsverbesserung im Innenohr. Bei einem Hör-Konflikt ist allerdings die Konfliktlösung entscheidend. Wenn Tinnitus auf dem rechten Ohr, dann möchte man gern etwas hören. Beispiel: Frau verliert ihren Freund und möchte gern das er anruft. Hörvermögen wird angehoben, überempfindlich um das gewünschte zu hören bzw. es nicht zu überhören. Wenn Tinnitus auf dem linken Ohr dann möchte man etwas nicht hören, z.B. Kündigung etc.. Wenn Kinder Tinnitus bekommen bzw. etwas nicht hören wollen ist z.B. wenn die Eltern sich ständig streiten.
Man darf den Betroffen nicht versäumen darauf hinzuweisen, dass er in der Heilungsphase die betroffenen Frequenzen (nur für die Dauer der Heilungsphase/pcl-Phase) nicht mehr hören wird. Man nennt das „Hörsturz“. Nach Ende der Heilungsphase ist der Tinnitus wieder weg und alles ist wieder normal. Wenn der Konflikt längere Zeit nicht gelöst worden ist, kann es nach der dann noch kommenden Konfliktlösung dazu kommen, dass der Tinnitus in abgeschwächter Form bestehen bleibt. Weiter Details siehe www.neue-medizin.de oder www.pilhar.com

Man beachte dazu das Kemp 1976 herausfand, dass es aus ca. einem Drittel aller gesunden Ohren ganz leise pfeift. Das ist nicht mit Tinnitus, dem Ohrklingeln, zu verwechseln. Die von Kemp gefundenen  leisen Emissionen aus dem Ohr sind im Gegenteil Anzeichen eines gut funktionierenden Innenohrs. Während sich diese spontanen Emissionen (lat. = Ausstrahlung) nur in einem Drittel aller gesunden Ohren finden, fand er sogenannte evozierte (lat. = hervorgerufe) Emissionen, die sich in allen gesunden Ohren finden lassen.

Toneinsatz
Der Toneinsatz findet an den Stimmlippen statt. Verkrampfen die Stimmlippen bei der Tongebung, hast du einen harten, gepreßten Toneinsatz. Schließen sie nicht richtig, hast du einen gehauchten Toneinsatz. Liegen sie bei der Tongebung locker aneinander, erreichen sie eine optimale Schwingfähigkeit.

Unsere Physiologen (Nage, Gutzmann u.a.) kennen 3 Arten des Toneinsatzes:
1. Den gehauchten Toneinsatz. „Die Stimmritze schließt sich erst zur Stimmbildung, nachdem schon die Expiration begonnen hat. Dadurch entsteht ein mehr oder weniger deutliches „H“ vor dem Stimmklang.“
2. Den scharfen oder festen Stimmeinsatz. Die Glottis (Stimmritze) schließt sich vor Beginn des Tönens (der Phonation) fest. Bei der folgenden explosiven Öffnung entsteht ein stärkerer oder leiser Knall, der Glottisschlag.
3. Den für den Gesang besonders wichtigen leisen Stimmeinsatz. „Während der feste Stimmeinsatz aus der Phase des Stimmlippenschlusses beginnt, beginnt der leise aus der Phase der Stimmlippenöffung“ (Gutzmann).

Tonentstehung
Jeder Ton besteht aus Schallwellen. Schallwellen sind Wellen von Luftdruckschwankungen. Sie entstehen aus Schwingungen, die zum Beispiel von einer Stimmgabel erzeugt werden. Wird eine Stimmgabel angeschlagen, komprimieren die Zinken kurzzeitig die Luft, so dass ein kleines Gebiet mit höherem Druck entsteht. Diese komprimierte Luft breitet sich aus - ähnlich wie bei kreisförmigen Wellen im Wasser, wenn man einen Stein hineinwirft. Bewegen sich die Zinken der Gabel zurück, hinterlassen sie ein kleines Gebiet mit niedrigerem Luftdruck. Nach dem vorigen Puls höheren Drucks folgt also ein Puls niedrigeren Drucks, der sich in gleicher Weise ausbreitet. So entsteht eine Folge von Pulsen verdichteter und verdünnter Luft - eine Schallwelle.

Tonerzeugung
Mit einer Geschwindigkeit von vier Metern in der Sekunde strömt die verbrauchte Luft beim normalen Atmen durch die Kehle. Die Stimmbänder und der Stimmapperat versetzen den Menschen in die Lage, einen Sprech- oder Sington zu erzeugen.
Und das geht so: Die Stimmlippen sind beim Einatmen geöffnet. Soll ein Ton erzeugt werden strömt der Atem beim Singen nicht ungehemmt ein und aus, sondern wird angestaut. Es werden die Stimmlippen (beim Ausatmen) verschlossen, es entsteht ein leichter Überdruck. Wird ein Ton erzeugt, öffnen sich die Stimmlippen, der Luftstrom der hindurchfließt erzeugt das von Wissenschaftlern so genannte "aerodynamische Paradoxon", das dazu führt, dass sich die Stimmritze ein paar hundert Mal pro Sekunde periodisch öffnet und wieder schließt (ähnlich der Polsterpfeife). Die Stimmlippen schwingen bei der Erzeugung eines Tones etwa 100- bis 1000mal pro Sekunde gegeneinander. Je schneller die Schwingung, desto höher ist der Ton. In den Resonanzräumen von Rachen, Mund und Nase wird dieser entstandene Klang verstärkt und verläßt die geöffneten Lippen des Klangerzeugers - unter Mithilfe der nun in Bewegung gebrachten Stimmbänder - als Ton. Rund hundert Muskeln sind hieran beteiligt, das Gehirn muß dabei pro Sekunde 150.000 Einzelentscheidungen treffen. Somit ist der eben beschriebene Stimmapparat das komplizierteste motorische System im menschlichen Körper.

Tonhöhe
Die Tonhöhe wird durch die Veränderung der Länge und des Spannungszustandes der Stimmlippen reguliert. Wie bei einem Saiteninstrument sind die Stimmlippen bei tiefen Tönen kurz, plump und wenig gespannt. Dagegen sind sie bei hohen Tönen lang gezogen, schmal und stark gespannt. Die Produktion der hohen Töne ist mit einer höheren muskulären Anspannung verbunden. Die Lautstärke hängt dagegen vom Druck des Luftstomes ab. Der physiologische Vorgang hierbei ist nach Luciani (Physiologie des Menschen Bd.3, 1907) folgender: Um die Stimmbänder stärker schwingen zu lassen, ist eine Verstärkung des Druckes der Luftsäule nötig. Eine solche würde aber zugleich den Ton in die höhe treiben. Um das Crescendo auf dem gleichen Tone ausführen zu können, ist darum zugleich eine kompensatorische Änderung der Stimmbänder, erzielt durch Verminderung bzw. Erhöhung der Stimmlippenspannung notwendig, damit sie die gleiche Schwingungszahl beibehalten.

Tonsitz
Mit Tonsitz ist gemeint das der Ton den Eindruck vermittelt das er gut geführt, natürlich und sicher klingt. Es gibt aus verschiedenen Schulen unterschiedliche Hilfsmittel um eine Vorstellung vom Tonsitz zu vermitteln. Zum Beispiel wird empfohlen den Ton kurz hinter den oberen Schneidezähnen anzusetzen. Das gilt für Übungen wie auch, variabel gehalten, für Songs. Weiterhin kann man sich vorstellen, dass der Ton nicht nur durch den Mund, sondern auch durch die Stirn „austritt“. Das erhöht den sogenannten „metallischen Klanggehalt“ in der Stimme. Ein anderes Hilfsmittel ist, das man sich vorstellt als ob der gesungene Ton einen komplett einhüllt oder das der Ton in einem selber erklingt wie in einer Kirche oder einem großen Gebäude.

Tönen
Viele Menschen haben schon erfahren, wie über das Tönen, Singen oder Sprechen seelische Befreiung erreicht werden kann. Im frühen Christentum und in fernöstlichen Religionen wurde der Laut als mystischer Akt hervorgebracht, um seine Urkraft schöpferisch ins Wort zu nehmen. Man denke etwa an das "OM" aus der buddhistischen Meditation. Die christliche Esoterik der Anthroposophen verlangt den Namen so zu rufen, dass er beim anderen verleiblicht ankommt. Und nicht zuletzt ist an das tönende Ausatmen zu erinnern, mit dem alles beginnt und um das alle Mythologien, von den orientalischen Kosmogonien bis zu den symbolischen Geschichten von Deukalion und Prometheus wissen: den Schrei, mit dem der Mensch selbstständig ins Leben tritt, nachdem er geboren wurde.
Tönen lockert und entspannt den ganzen Menschen, löst Störfelder auf, verwandelt Karma aus vielen Leben, erzeugt neue Muster und fühlt sich einfach gut an. Engl. toning, Töne erzeugen, z.B. Mantren wie "OM", "AUM", "ONG" singen, reine Vokale (A,E,I,O,U) tönen, oder nach Leser Lasario die Vokalgebärdenatmung, etc.

Ton von oben abgreifen
Um zu vermeiden, dass ein Ton zu tief gesungen wird, ist die Vorstellung wichtig, dass du über den Ton hinaus singst. Du befindest dich über dem Ton. Z über jeden einzelnen Ton wie über einen Maulwurfshügel hinwegsteigen.

Track
Englischer Begriff für Spur (wird z.B. bei Sequenzern verwendet).

Triller
Verzierung eines Tons durch den raschen mehrmaligen Wechsel zwischen dem Hauptton und dem darüber liegenden Ton. Ein sehr gutes Übungsprogramm für jede Stimme.

Triole
Dreiteilung einer Note, z.B. ein Viertel = zwei Achtel = drei Triolenachtel.


U

Unisono
Gleichzeitiges Spiel desselben Tons oder musikalischen Abschnitts durch mehrere Musiker.

Unterkiefer
Der lockere Unterkiefer ist für einen freien Ton sehr wichtig. Viele Sänger reißen den Kiefer mit Gewalt auf. Das zieht die Zunge zurück wie beim Würge-Reflex und veranlasst den weichen Gaumen herunterzufallen. Das ist für gesundes Singen natürlich nicht gut. Der Kiefer mag z.B. für das „ah“ ein wenig mehr geöffnet werden als für einen geschlossenen Klang wie das „ih“. Jedoch sollte die Zunge in ihrer „ng“ Position verbleiben und der Kiefer muss leicht nach hinten, um die hohen Obertöne im Klang zu belassen.
Wie oft haben wir als Schüler hören müssen „entspanne deinen Kiefer“ ohne jegliche Erklärung, wie das zu geschehen habe? Die natürliche Position ist: Der Kiefer muss sich nach unten und hinten bewegen.

Üben
Täglich jeweils 15 bis 60 min Atem-, Gesangs- und Interpretationsübungen machen dich gesanglich fit, so dass du nach einer bestimmten Zeit auch längern Auftritten gewachsen bist. Nur durch regelmäßiges Training wirst du mit deinen Stimmwerkzeugen, Resonanzräumen sowie deinem Körper gut arbeiten können und einen optimalen Klang erreichen. Wer nicht jeden Tag Zeit hat sollte aber um gute Ergebnisse erzielen zu können, mindestens jeden zweiten Tag üben. Auch professionelle Sänger üben regelmäßig, ihnen wird auch „nichts geschenkt“. Alles was zu einer besonderen Leistung führen soll, muss kultiviert werden. Von Nichts kommt Nichts oder es geht über ein gewisses Grundtalent nicht hinaus.


V

Voicing
Anordnung der Intervalle in einem Akkord mit und ohne Optionstöne; es gibt spezielle Voicings („Griffe“) für Pop, Rock, Jazz usw.

Vokalausgleich
Das zentrale Thema jeder Stimmbildung ist der Vokalausgleich, damit die Vokale in tiefer und hoher Lage als von einer einheitlichen Stimme gesungen erklingen und dabei rein getroffen werden. Beim Vokalausgleich sind zunächst die Gegensätze von hell und dunkel zu überwinden. Hierzu werden normalerweise die Übergänge in den Resonanzschwingungen um die Kehle erarbeitet, damit der über spezifische Vokale gewonnene Resonanzraum allen Tönen verfügbar wird.

Vokale
Als Vokale kann man außer „a“, „e“, „i“, „o“, „u“ im weiteren Sinne (nicht Sprachwissenschaftlich) auch die Diphthonge (Doppellaute) „ei“, „eu“, „au“... und die Umlaute „ä“, „ö“ und „ü“ bezeichnen. Singen könnte man als eine zeitliche Verlängerung der gesprochenen Vokale sehen, die durch die Konsonanten lediglich kurz unterbrochen werden. Die Vokale müssen einen festen Sitz haben, damit sie gut zu führen sind. Vokalübungen sind also wichtiger Bestandteil des Trainingsprogramms.

Die „Ur“-Vokale in allen Sprachen der Welt sind:
A (lauter Vokale, Zunahme der schwingenden Masse) Freudiges Erstaunen, Bewunderung, behagliches Empfinden, Zustimmung, Bejahung.
I (festerer Stimmschluß) Empfindungslaut für Verwunderung, Neugierde; vielfach Ausdruck des Naiven.
U (leiser Vokal, lockerer Stimmschluß) Ausdruck des Unbehagens oder des verhaltenen Schmerzes; Stöhnen, Angst und Furcht.

Von diesen drei Elementarlauten ging ursprünglich die gesamte Sprachentwicklung aus. Alle anderen Vokale sind Mischungen aus diesen Stamm- oder Grundvokalen. (7)
A, I und U (kurz, lang und mit Verstärkung) sind als eine dem frühesten Zustand der Sprache angehörigen Raumpartikel zu sehen. E (kurz und lang; aus a, ai etc. entstanden) ist kein ursprünglicher Vokal (weder das Sanskrit noch das Gothische kennt es), das unter den sächsischen Runen vorkommende „ehu“ (equus) fehlt in den ältesten Runenalphabeten. O ist wie das E nicht ursprünglich. Es ist aus einem frühen „u“, bisweilen aus „a“ entsprungen.

Vollatmung
Das heißt Brustatmung, Bauchatmung und Zwerchfell-Flanken-Atmung (Mischatmung) zusammen; wobei alle genannten eine Einheit bilden. Beim  Einatmen spürt man an Rippen, Bauch, Flanken und Rücken eine Ausdehnung. Sinnvoll wird diese Übung nicht beim Singen, sondern nur als spezielle Atemübung eingesetzt, auch um das Atemvolumen bewußt zu erweitern.

Vibrato
Das Vibrato ist das Ergebnis der ausgewogenen Bewegung des Zwerchfells, der äußeren Aufhänge- und Abfederungsmuskulatur des Kehlkopfes und schließlich jener Muskelgruppen, die ringförmig die Glottis umschließen und die Stellknorpel „rollend“ bewegen. (Fischer 1993) Das Vibrato äußert sich vor allem in einer Tonhöhenschwankung, deren wellenförmige Bewegung durch ihre Geschwindigkeit sowie ihre Ausdehung charakterisiert wird.


W

Weite, in die Weite singen
Hilfreiches Bild, um hohe Töne ohne Verspannungen zu erreichen. Je höher ein zu singender Ton ist desto weiter weg (nicht höher!) sollte man ihn sich vorstellen.


Z

Zehnpunkteprogramm
Franziska Martienssen-Lohmann (1887-1971) stellte in ihrem Buch "Ausbildung der Gesangsstimme" ein Zehnpunkteprogramm vor:

- tadellose Atemführung
- Sauberkeit und Präzision des Vokaleinsatzes
- Beherrschung der Stärkegrade der Stimme
- klare Artikulation
- Vokalausgleich
- Resonanz, Tragfähigkeit der Stimme
- Einheitlichkeit der verschiedenen Stimmlagen
- Ruhe des Tones (Balance aller beteiligten Faktoren)
- Koloraturgeschicklichkeit
- technische Beherrschung der Phrasierungsarten legato, martellato und staccato

Dieses Programm erläuterte sie sehr eingehend anhand von Übungsbeispielen.

Zunge
Die richtige und gesunde Position der Zunge für das Singen ist die ng-Position (wie in singen oder hängen). Die Zunge sollte leicht gewölbt sein und die Zungenränder die hinteren oberen Backenzähne leicht berühren. Die Zungenspitze sollte sich zumindest hinter den unteren Schneidezähnen wenn nicht sogar unterhalb des Zahnfleisches befinden. Die Zunge sollte nach jedem Konsonanten, während der Unterkiefer sich leicht nach unten bewegte, in nahezu diese Position zurückkehren. Das Singen mit dieser Zungenposition als Grundstellung der Zunge verhindert den Würgereflex am Zungengrund. Dieses Prinzip ermöglicht stimmliche Freiheit und wirkliche Resonanz. Hält ein Sänger seine Zunge absichtlich flach, ist ein Mangel an Resonanz oder ein verschluckter Klang das Ergebnis. Sieht man sich die Form und Physiologie der Zunge an, kann man feststellen, dass durch eine flachgehaltene oder nach hinten gezogene Zunge der hintere Teil der Kehle (Pharynx) durch den hinteren Teil der Zunge verstopft wird. Das verhindert das Entstehen von authentischer Resonanz und verhindert die hohen Obertöne. Die „flache Zunge“ ist ein falsches und stimmschädigendes Konzept.

Zwerchfell
Muskulöse Scheidewand unterhalb der Lunge, zwischen Brust- und Bauchhöhle mit zwei kuppelförmigen Vorwölbungen in den Brustraum. Das Zwerchfell (anat. Diaphragma) ist der größte Atemmuskel und für die Atmung (bewirkt bis zu 80% des Atemvollumens) der wichtigste Muskel.
Während der Einatmung dehnt sich das Zwerchfell nach unten, der Brustraum vergrößert sich und der Bauchraum (bzw. Eingeweide) wird nach unten herausgedrückt. Nun strömt die Außenluft in die Lungen, da in diesen ein Unterdruck entstanden ist. Die Bauchdecke wölbt sich vor.
Während der Ausatmung entspannen sich die Muskeln - das Zwerchfell hebt sich und die Luft wird herausgepresst. Es gelangt nach oben in seine Ausgangsposition zurück.
Bei der Ausatmung gehen wir wie folgt vor: Obwohl durch das Singen oder Sprechen Luft verbraucht wird und das Zwerchfell wieder in seine Ausgangsstellung zurück gehen will, versuchen wir die Einatemstellung beizubehalten. Dies geschieht durch die sogenannte Weite und Lockerheit des Körpers, nicht durch streng eingesetzte Muskelkraft. Das ruft nur Verspannungen hervor. Stützen oder besser Unterstützen (im engl. heißt es auch „support“ ist: Beibehalten der Einatemstellung.

Beim kurzen Sprechen sogenannter Explosivlaute (Verschlusslaute) "k", "p" und "t", kann das Zwerchfell gespürt werden. Weiterhin wenn man hechelt, schlucken hat, man erschrickt und man sich vorstellt, man hebt schwere Eimer an.

Übung: Lege dich auf den Rücken und lege dir ein dickes/schweres Buch auf den Bauch. Atme in Richtung Becken unterhalb der Rippen ein und lege die eingeatmete Luft tief in die Lungenflügel - das Buch geht nach oben. Atme aus - das Buch geht nach unten

 


 

Impressum und Kontakt

Mike Rubin
Rubin Music & Publishing
Auguststraße 1
10117 Berlin-Mitte
Telefon: +49 (0)30 95 99 69 28
Mobil: +49 (0)179 290 280 8
 

design by gareth - www.432hz.de