Gesangsunterricht im Herzen Berlins mit Mike Rubin
 
Fragen und Antworten
 

 

 

 

 

 


 

 

 

Studioaufnahmen im Gesangsunterricht mit hochwertigen Mikrofonen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Musik ist in erster Linie Sprache und Rhythmus, erst in zweiter Linie Ton.
Caccini (1601)

Für wen eignet sich Gesangsunterricht?
Für alle die ihre Stimme gerne verbessern möchten und mehr über die Welt des Singens erfahren wollen, für diejenigen die ihre Träume verwirklichen und auf die Bühne wollen. Alle die ganz einfach Lust am Singen haben, einen wohltuenden Ausgleich zum Alltag brauchen und etwas für sich tun möchten. Auch für diejenigen, die sich auf einen Auftritt, eine Aufnahmeprüfung (Musicalschule, Hochschule), ein Vorsingen oder ein Casting vorbereiten möchten ist Gesangsunterricht geeignet.
Denkt daran, ein wenig Mut gehört immer dazu zu einem Vocalcoach zu gehen, doch werdet ihr es nicht bedauern. Denn jedes mal wenn ihr eure Grenzen überschreitet, bringt euch das vorwärts. Also nur Mut und bis bald. Respekt ist euch garantiert.

Warum Gesangsunterricht und Stimmbildung?
Die Stimme ist als Ausdruck des Selbst und bedeutet die Entwicklung des ganzen Menschen. Niemand kann von etwas singen was er nicht erlebt hat oder sich nicht vorstellen kann. Zudem kommt, dass der richtige, natürliche und schlußendlich leichte Vorgang des Singens, von fast allen Menschen die ich kennengelernt habe, wieder neu erlernt werden muss. D.h. als Baby konnten wir noch aus „allen Löchern“ schießen, hatten eine optimale Resonanz, waren also noch nicht verstellt. Und da wir unsere Stimmwerkzeuge aus den Augen verloren haben, sie nicht oft bewußt benutzen, verlernten wir auch unsere Resonanzräume zu öffnen und die einzelnen Muskeln weiterhin zu lockern, einzusetzen und zu schulen. Das muss wieder neu erlernt und vor allem kultiviert werden. Ausbildung der spezifischen Sprachelemente, das freie und bewußte Singen mit voller Freude, ohne Anstrengung, ist Ziel der Gesangsausbildung.
Die Arbeit mit und an der Stimme ist eine sehr persönliche Sache und erfordert viel Einfühlungsvermögen und Offenheit von beiden Seiten.*

Was lerne ich im Gesangsunterricht?
Mit jedem Künstler wird dort begonnen wo er gerade mit seinem Talent und seinen Fähigkeiten steht. Jedoch sehen wir uns die Grundlagen der Anatomie und Physiologie an, lernen unseren Körper und unseren Geist, als Steuerungsorgan der einzelnen Vorgänge, neu kennen. Es wird kein festgefahrenes Unterrichtskonzept geben, sondern ein künstlerisch gestalteten Unterricht. Die einzelnen Punkte der Gesangsausbildung siehe Ausbildungsthemen.
Das Ziel des Gesangsunterrichts ist eine natürliche Harmonie aller zum Einsatz kommenden Komponenten des Sängers, dass sollte so aussehen als hätte niemals eine Gesangsstunde stattgefunden, als käme alles von selbst. So ist es bei allen wirklich großen Sängern.*

Ist Gesangsunterricht wie Musikunterricht in der Schule?
Erst einmal gibt es beim Gesangsunterricht keine großen Klassen, sondern entweder Einzelunterricht oder kleine Gruppen von 2-3 Sängern/Sängerinen. Dann ist Gesangsunterricht etwas spezieller und individueller ausgerichtet, es werden umfangreiche und gezielte Gesangsübungen absolviert. Weiterhin wird der Gesangsunterricht im großen Maße so durchgeführt, dass der Sänger sich frei und wohl fühlt, es gibt keine Zwänge in der Form „das musst du jetzt machen“, sondern eine Arbeitsweise die Hand in Hand mit Verständnis, Achtung und  freundschaftlichem Umgang geht. Der Sänger wird als Künstler gefördert, mit kreativem Unterricht und Übungen. Das ist nur in einer kleinen Gruppe oder eben im Einzelunterricht durchführbar. Schlussendlich ist der Gesangsunterricht wesentlich mehr als der Schulunterricht: er ist beispielhaft für einen erwachsenen und reifen Umgang untereinander (auch wenn man erst 13J. alt sein sollte), für Freiheit in der Kunst, für kreative Hochflüge, Erfolgsorientiert und geprägt von tiefer Liebe zur Musik.*

Muss ich nur zum Gesangsunterricht kommen um ein guter Sänger zu werden?
Der Unterricht 1 mal die Woche 60min ist wichtig, reicht aber um ein Profi zu werden nicht aus. Wenn du Spaß am Singen hast, wirst du in deiner Freizeit sowieso oft die Stimmbänder betätigen, oder? Jetzt kommt es darauf an, dass du auch Zeiten hast in denen du gründlich und aufmerksam übst, die im Gesangsunterricht gelernten Techniken und Kenntnisse umsetzt. Gesangsunterricht soll Impulsgeber sein, er ist wichtig um dir die Sicherheit zu geben, dass du die Dinge richtig tust, er soll Fehler korrigieren und dich über deine persönlichen Grenzen tragen. Regelmäßiges üben, möglichst täglich, ist wichtig um professionell arbeiten zu können. Es ist das gleiche wie mit Ballett, Street Dance oder einem Studium, da musst du auch mehr als einmal die Woche ackern um richtig gut zu sein. Und tröste dich, auch wenn manch anderer dir vorgaukelt nie zu üben, unbedingt stimmen tut es kaum.

Jeder, auch die Profis üben fast täglich um die Muskulatur in einen gesunden Tonus zu bringen und um Fit zu bleiben. Tue es auch, übe täglich (und richtig), übe Intelligent und mit Leidenschaft, suche dir ein flexibles Übungsprogramm an dem du Spaß hast und ich garantiere dir große persönliche Fortschritte. Viel Glück.*

Was ist eine „gute“ Gesangstechnik?
Das Ziel einer guten Gesangstechnik ist immer eine ökonomische Handhabung der Stimme. Ökonomisch bedeutet, dass mit dem geringstmöglichen Aufwand ein Maximum an Ertrag herausgeholt wird, sprich, dass man z.B. keine unnötige Muskulatur mithelfen lässt, jede unnötige Beanspruchung und Energieaufwand vermeidet. Wir arbeiten mit dem Körper und mit den Naturgesetzen und nicht gegen sie. Dies ermöglicht langes Singen und Sprechen ohne Ermüdungserscheinungen, Heiserkeit oder Verspannungen. Diese genannten Symptome sind Alarmzeichen des Körpers, dass man seine Stimme nicht ökonomisch gebraucht und damit überbeansprucht.

Je mehr die Muskulatur lernt, alle Tätigkeit auf der Grundlage der Lockerheit zu verrichten, nach jeder Energie sofort wieder in Relaxie zurückzustreben und niemals unnütz gespannt zu bleiben, desto mehr werden die einzelnen feinen Muskelgruppen ein harmonisches Spiel und Gegenspiel ihrer Kräfte sich auswägen, desto mehr wird jeder Faulheit und Schwerfälligkeit der Funktion vorgebeugt, die nichts weiter sind als eine gewohnheitsmäßige Folge unnützer Ermüdungen. Im Grunde handelt es sich immer um eine Entspannung der Nervenzentren. Das Charakteristische für den Anfänger ist immer, dass ein Viel-zu-viel an Arbeit, an Aktivität ein Viel-zu-wenig an Erfolg, an Leistung erreicht.

Ausnahmen sind gewisse unökonomische "Special Effects" um spezielle Klangfarben zu erzeugen, welche man allerdings bewusst und im Maß als Effekt einsetzt. Mit einer schlechten Technik wird man seine Stimme auf Dauer überbeanspruchen, braucht mehr Energie, ist schneller müde, heiser, verspannt und riskiert auf Dauer auch Stimmschäden.
Das Schöne daran ist: Alles was für das gesunde Singen gut ist, ist auch im alltäglichen Leben von Nutzen: Atmung, Körperhaltung und eine wohlklingende, tragende Stimme.

Wie lange geht eine Gesangsausbildung?
Das ist ganz individuell, je nach Talent, Vorbildung, Aufnahmefähigkeit, Disziplin und Zielsetzung. Im Grunde empfehle ich erst einmal ein Grundstudium von ca. 1 Jahr. Danach sollte man überprüfen ob die Zusammenarbeit mit dem Lehrer sich erschöpft hat oder ob er nach wie vor mit Einfühlungsvermögen, Verbesserungen und Optimierungen vermitteln kann. Wenn nicht, ist ein Lehrerwechsel meistens angebracht. Eines sollte jedoch klar sein, Gesang muss regelmäßig geübt werden, denn hört man eines Tages auf wird man mit Sicherheit einiges Verlernen und auch seine Stimmwerkzeuge nicht mehr so gut beherrschen können. Ein professioneller Sänger, muss fast täglich von ca. 30 Minuten bis zu 4 Stunden üben. Wer regelmäßig übt ist verlässlich und kann seine Gesangs-Leistung in vollem Umfang anbieten und entfalten.

Gibt es Altersbegrenzungen um am Unterricht teilnehmen zu können?
Singen ist die natürlichste Sache der Welt und es gibt nicht wirklich eine Altersbegrenzung. Es gibt im Leben einige kritische Zeiten, wie z.B. der Stimmbruch, wo man mit einer gewissen Vorsicht arbeiten muss. Ähnlich ist es auch bei Kindern sowie bei Erwachsenen mit Stimmbandschäden oder extremen Verspannungen in der Muskulatur. Überall da muss man mit gutem Einfühlungsvermögen und Fachkenntnis herangehen. Aber auch in solchen Kritischen Zeiten ist Singen richtig eingesetzt sehr gesund und beeinflusst sowie steigert das seelische und körperliche Wohlbefinden.*

Gibt es einen Unterschied zwischen klassischen und Pop-Gesang?
Ja und Nein. Die elementaren Grundlagen wie Atemtechnik, Stütze oder Vokalausgleich sind zunächst erst einmal dieselben! Eine Spezialisierung erfolgt meistens erst viel später. Allerdings gibt es - gerade im Pop, Soul oder Hip-Hop - viele SängerInnen, die eine nicht optimale Gesangstechnik gewollt zum ureigenste Ausrucksmittel ihrer Stimme erklären. Dennoch gilt: will ein Sänger auch in diesem Bereich lange singen, gilt es einige Grundsatzregeln für die Stimmhygiene zu beachten, zumal die Auftrittsbedingungen schwierig sind. Ein starker Lärmpegel sowie "verrauchte Luft" machen das Singen live nicht leichter. Wer nach längerem Singen heiser wird, hat definitiv eine nicht optimale bzw. eine falsche Gesangstechnik!

Was ist sinnvoller - Einzel oder Gruppenunterricht?
Die Vorteile des Einzelunterrichts liegen in der ungeteilten Aufmerksamkeit des Lehrers für den Schüler. Man kann innerhalb einer Unterrichtsstunde konkreter und intensiver an bestimmten individuellen Zielen arbeiten. Der Einzelunterricht hat weiterhin Vorteile, wenn es um den Erwerb solistischer Fähigkeiten geht. Der Preis pro Unterrichtseinheit ist in der Regel höher als beim Gruppenunterricht.
Im Gruppenunterricht müssen Abstriche in der Intensität des Unterricht gemacht werden. Der Lehrer kann natürlich nicht bei jedem Schüler gleichzeitig sein. Man sollte darauf achten dass nicht mehr als 2-4 Schüler an einem Unterricht teilnehmen. Vorteile des Gruppenunterrichtes kann eine größere Motivation durch die Gruppe sein. Weiterhin kann man beobachten und von den anderen Schülern lernen. Und durch die Gelegenheit, auch mal Werke für Duo, Trio oder Quartett zu erarbeiten, steigt das Verständnis für das Zusammenspiel mit anderen. Außerdem wird unbewußt das Gehör geschult und man lernt natürlich auch aus dem, was bei anderen falsch, unschön oder gut klingt. Gut ist auch, dass man im Gruppenunterricht leichter die Scheu vor der Vortragssituation ablegen kann. Manche Einzelschüler haben erhebliche Schwierigkeiten, mit der Situation fertigzuwerden, wenn sie vor Publikum spielen sollen. In der Gruppe spielt man immer "vor Publikum".*

Was soll so etwas wie Atemtechnik?
Wir können davon ausgehen, dass es im Menschen naturgegebene bzw. optimale Abläufe gibt, die uns jedoch Aufgrund von Verspannungen, Desensibilisierung oder Unkenntniss nicht mehr geläufig und vertraut sind. Die Techniken, z.B. Atem-, Gesangs- oder auch Haltungstechniken sind lediglich Hilfswerkzeuge - gewisse Gerüste oder Systeme - in denen wir uns wieder der natürlichen und so auch optimalen Abläufe bewußt werden können. Jeder „Technik“ geht ein natürlicher Vorgang voraus, der dadurch wieder in seinen optimales und natürliches Verhältnis versetzt werden kann und soll. Wir lernen wieder Spannungen wahrzunehmen und diese durch geistige sowie körperliche Tätigkeiten zu lösen und wieder zu entspannen. Viele Menschen sind sich nicht bewußt, dass es meistens nur minimale konditionierte Verspannungen sind, die uns nicht gelöst sein lassen. Zum Beispiel ist die sogenannte Hochatmung so ein Thema. Das Zwerchfell wird nicht mehr optimal eingesetzt, die Rippenmuskulatur macht eigentlich zuviel und bei manchen heben sich sogar die Schultern noch mit hoch. Das ist für denjenigen der so atmet ein immenser Kraftaufwand, auch wenn er das vielleicht selber nicht ganz so merkt. Aber es ist, nicht nur durch wissenschaftliche Untersuchungen, ganz offensichtlich, dass die Bauch-Zwerchfell-Flanken-Atmung die entspannteste, effektivste und gesündeste Atmung ist. Abgesehen von gewissen Ausnahmesituationen in denen wir sinnvoller Weise eine Weitung des Brustkorbes mit hinzunehmen.
Also Kenntnisse über die Muskulatur und den Atemvorgang erwerben und gezielt Entspannen. Dann passt auch wieder mehr Luft in die Lunge hinein und durch unsere Atemsicherheit können wir vielen Dingen gelassener Begegnen. Übrigens: Jeder Mensch kommt, wenn er bei der Mutti aus dem Bauch kommt, mit der Bauch-Zwerchfell-Flanken-Atmung auf die Welt.*

Hört die Stimme exakt auf meine Befehle?
Kurz bevor der Singende beginnt einen Ton zu erzeugen, setzen sich die Stimmbänder in eine innere Bereitschaft durch eine feine Eigenschwingung ohne erklingenden Ton. Mit dem Ansetzen des Tones schließen die Stimmbänder kurz und öffnen sich (stoßweise) in exakt der Dehnung, die erforderlich ist um den vorgegebenen Ton erklingen zu lassen. Diesen Proßess kann man stören, wenn man versucht ihn zu beeinflussen und versucht selbst einzugreifen. Durch übermäßiges Hinzutun verhindert man eine gute Intonation. Durch zielgerichtete Geistige Befehle führen die Organe und Muskeln des Körpers genau das aus, was einen guten Ton erzeugt.  Je genauer man das weiß, desto konkreter kann man führen, desto gezielter reagiert meine Stimme und desto kontrollierter ist meine Klangerzeugung. Diese Wechselbeziehung und dieser Weg von Innen nach Außen, von der Vorstellung in die organische Ausführung, ist der Grundstein zum Verständnis der Stimme und zur Fähigkeit das Singen kontrolliert in eine Höchstform zu bringen. Alle Prozesse des Singens finden in einer übergeordneten Balance statt. Alle Kräfte wirken in beide Richtungen: Haltend und Entspannung freisetzend gleichzeitig. Die Stimme wird nach vorne ausgerichtet (zum Zuhörer) und gleichzeitig im Körper in Resonanz gehalten. Man stabilisiert seine Körperspannung und öffnet gleichzeitig die Stimme, setzt sie locker an. Balance heißt nicht einseitig nur positives, sondern immer auch den Gegenpol mit zu erhalten. Geben und Halten - Anspannen und Öffnen.
Die Stärkung eines Tones erfolgt jetzt nicht mit einer gesteigerten Luftzufuhr gegen die Stimmbänder. Das wäre völlig uneffektiv, denn anstatt mehr zu schwingen geschieht genau das Gegenteil, die Schwingung wird eingeschränkt, weil gegen den Luftdruck zusätzlich eine gesteigert Oberflächenspannung der Stimmbänder gebildet werden muß. Nur eine ganz bestimmte kleine Luftmenge ist erforderlich und in jedem Falle ausreichend um die vollsten, lautesten und durchdringendsten Töne hervorzubringen, ohne dass eine vor den Mund gehaltenen Kerze flackern würde. Denn nicht die Luft bestimmt den Sound der Stimme, sondern die von der Schwingung der Stimmbänder ausgehende RESONANZ im ganzen Körper des Singenden. Diese Resonanz bestimmt den Sound, also den Klang der Stimme, nicht die Luftmenge oder gar der Luftdruck mit dem gesungen wird. Das sollte man sich immer wieder in Erinnerung rufen. An der Resonanz bzw. den Resonanzräumen muß man also arbeiten, wenn man seine Stimme kräftigen will. (MH/Loyworld)

Ist es wichtig neben dem Gesangsunterricht ein Instrument spielen zu können?
Klavier und auch Gitarre sind wunderbare Begleitinstrumente beim Singen. Eine Bedingung ist es nicht ein Instrument spielen zu können. Ich würde es aber jedem empfehlen der mich fragt, macht es doch unheimlichen Spass sich selber zu begleiten. Auch das schreiben von Songs fällt dann leichter. Für ein Hochschulstudium ist ein Instrumentenfach Pflicht. Mann muss es also schon relativ gut beherrschen und nach Noten spielen können.*

Probestunde?
Eine Probestunde im Sinne von „kostenlos“ ist bei mir nicht buchbar. Bei mir musst du keinen Laufzeitvertrag abschließen, um Gesangsunterricht zu nehmen, sondern du buchst quasi immer eine Stunde und danach bist du wieder komplett frei.

Bei Interesse vereinbare gern einen Termin für eine Gesangsstunde und dann kommst du so lange und so oft wieder wie du magst.

Muss ich zum Singen eigentlich Noten lesen können?
Wer Noten lesen kann hat keinen Nachteil, jedoch ist Noten lesen können kein Muss. Für die Qualität der Stimme ist das nicht ausschlaggebend. Was die "Klassische" Gehörbildung (Intervalle, Vom-Blatt-singen etc.) angeht, ist dieses für die eigentliche Stimmbildung absolut nicht entscheidend und je nach Ausrichtung auch nicht notwendig! Wichtig ist eher das Hineinfühlen in den Song und das „Intonations“ Hören - und das muss man sich schlicht und ergreifend durch die Praxis und durch ständige Kontrolle erarbeiten. Wenn jetzt allerdings jemand in einem bestimmten Künstlerbetrieb arbeitet wo so etwas zur professionellen Arbeitsweise dazugehört, für den ist es natürlich ein muss. Für alle andern die es können, schadet es auf jeden Fall überhaupt nicht.

Gibt es "Onlinekurse", um das Singen zu erlernen?
Ja, und sogar eine ganze Menge! Aber empfehlen kann man diese Art nur als Informationsquelle. Derartige Kurse sind nur mit äußerster Vorsicht zu genießen - man kann sich beim Singen nur sehr, sehr schwer selbst kontrollieren, da man sich selbst über die "Knochenleitung" des Gehörs im Schädel etc. ganz anders hört. Auch technische Hilfsmittel wie Minidisc etc. sind zumindest für Laien keine wirkliche Hilfe! Gerade beim Singen kann man sich sehr schnell eine schlechte Technik angewöhnen. Ein guter Gesangslehrer arbeitet auch nicht nach einem steifen Plan, sondern erkennt die Stärken und Schwächen, und kann dann gezielt vorgehen.

Kann ich mit meiner ausgebildeten Stimme Geld verdienen?
Wenn man sich für Auftritte in einer Band oder auch Solo ambitioniert sieht, kann man davon manchmal sogar seinen Lebensunterhalt bestreiten. In der Musikindustrie werden eigentlich ständig talentierte und professionelle SängerInnen gesucht. Zwar können sich nur die wenigsten durch ihren Plattenvertrag ernähren, aber es ist möglich. Und jeder, der im Ansatz an sich glaubt und denkt eine Bereicherung für den Musikmarkt zu sein, sollte es ernsthaft versuchen. Weiterhin kann man, wenn man über eine gute Stimme verfügt, als StudiosängerInn arbeite. Für Demo- bis zu Profiproduktionen werden immer wieder gute Leute gesucht. Wenn man sich dazu berufen fühlt in einer Coverband zu spielen, hat man bei einem regen Management jede Woche seine 1 bis 3 Auftritte. Es gibt natürlich auch Künstler die Unterricht geben und zudem auch noch Studio und Bandjobs haben. Ihr seht, der Musikerberuf kann mit der nötigen Erfahrung und mit einem gewissen Können gemeistert werden. Allen dabei gutes gelingen.*

Wie war das mit dem „absoluten Gehör“?
Man unterscheidet grundsätzlich erstmal zwischen "absolutem" und "relativem" Gehör. "Absoluthörer" können Töne anhand ihrer tatsächlichen Tonhöhe einordnen, während "Relativhörer" einen Referenzton brauchen und sich dann anhand der Intervalle "weiterhangeln". Entgegen landläufiger Meinung ist das absolute Gehör allerdings KEINE notwendige Eigenschaft bzw. Garantie für einen guten Musiker und sehr oft auch einfach nur hinderlich! Absoluthörer hören nämlich tatsächlich nur einzelne Töne bzw. Akkorde, aber nicht deren Zusammenhänge (z.B. C -F -G -C), während Relativhörer zwangsweise eher in Tonverhältnissen (Tonika - Subdominante - Dominate - Tonika) und damit funktionaler denken.

Es gibt kaum wissenschaftliche Literatur oder Erkenntnisse über das absolute Gehör - es kann sowohl angeboren, als auch angelernt sein. Man kann es sogar trainieren! Es gibt auch diverse Zwischenformen: So ist z.B. bekannt, dass Gitarristen und Streicher sehr gut ihre "leere Saiten" absolut hören können, alle anderen Töne dazwischen allerdings nicht. Bei anderen wiederum ist das absolute Gehör tagesformabhängig oder auf überschaubare tonale Zusammenhänge beschränkt... Zumindest ist das absolute Gehör nur wirklich von Vorteil, wenn man auch relativ Hören kann!

Was ist die "wohltemperierte Stimmung"?
Wir bewegen uns in einem sog. "offenen" Tonsystem, was in der Praxis notwendigerweise eine gezielte "Verstimmung"(!) unserer Instrumente zur Folge hat. Der Begriff selbst dürfte wohl auf "Das wohltemperierte Klavier" von J. S. Bach zurückzuführen sein - er war der erste Komponist überhaupt, der in diesem Werk tatsächlich alle 24 möglichen Tonarten benutzt hat bzw. benutzen konnte!
Allerdings ist es ein weit verbreiteter Irrglaube, dass mit "wohltemperiert" die heute übliche Stimmung gemeint ist - die ist nämlich in der Regel "gleichstufig" und hat keine Tonart-Charakteristika, wie es zu Bachs Zeiten noch üblich war.
Allerdings geht - zumindest bei den Tasteninstrumenten - der Trend doch wieder von der gleichstufigen Stimmung weg. Orgeln stimmt man z.B. heute in "Zwischenformen" (was der "reinen" Obertonreihe entgegenkommt, die bei dem Instrument eine immens wichtige Rolle spielt!); bei Flügeln verwendet man eine Art "Spreizstimmung" - die hohen Töne werden etwas höher, die tiefen etwas tiefer gestimmt, um dem Instrument die klangliche "Brillanz" zu erhalten.
Die Frage nach dem "Stimmungssystem" spielt allerdings nur bei ausgeprochenen Akkordinstrumenten eine Rolle - bei fast allen Melodieinstrumenten kann man durch die Spieltechnik die Intonation in dem nötigen Rahmen beeinflussen, um eine absolut reine Stimmung herzustellen - was die meisten Spieler übrigens auch instinktiv machen.

Warum heißt die Note H nicht B wie es logisch wäre und im engl. Sprachraum ja auch ist?
Die Note "h" hieß im Mittelalter "b" (abcdefg) und existierte als siebte Stufe der Tonleiter als kleine Septim und als große Septim parallel nebeneinander, je nach der der Musik (i.e. der choralmelodie) zugrundeliegenden Skala. Die große Septim "h" hieß "b quadratum" - (quadratisches b) und die kleine Septim "b" hiess "b rotundum"(rundes b), beide zu schreiben als Note mit einem b-Vorzeichen.
Beim "b rotundum" hatte dieses b-Vorzeichen einen runden Korpus, beim "b quadratum" einen eckigen Korpus. Als man dann im Spätmittelalter vom Notenschreiben zum Notendruck überging, fehlte in vielen Notendruckereien zunächst eine Drucktype "b quadratum" mit eckigem Korpus. die Drucktype, die dem am nächsten kam, war das kleine "h".

 


 

Impressum und Kontakt

Mike Rubin
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